«Bommert» ist naturzertifiziert

Die Mehrfamilienhäuser Bommert hinter dem Restaurant Rosengarten sind die ersten im Kanton St. Gallen, die das Zertifikat der Stiftung Natur & Wirtschaft für ein naturnahes Wohnareal bekommen haben.

Kurt Latzer
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Vor zwei Wochen: Im «Bommert» blühte, krabbelte, brummte und flatterte es – eine wahre Augenweide! (Bild: Kurt Latzer)

Vor zwei Wochen: Im «Bommert» blühte, krabbelte, brummte und flatterte es – eine wahre Augenweide! (Bild: Kurt Latzer)

Mittlerweile sind von der Pracht, die bis vor etwa zwei Wochen bei den Mehrfamilienhäusern im Bommert zu sehen war, nur einzelne Farbtupfer übrig. Auf dem grössten Teil der Grünflächen, die die Wohnanlage umgeben, waren eine Vielfalt einheimischer Gräser und Wiesenblumen gesät worden, die vor wenigen Wochen voll in Blüte standen.

Ergänzt wird der naturnahe Lebensraum durch Hecken und Obstbäume. Als bunte Tupfer zwischen den Gehwegen bieten Beete mit verschiedensten Kräuterpflanzen eine willkommene Abwechslung, die Bewohnerinnen und Bewohnern besonders schätzen.

Für die Nachhaltigkeit konzipiert

Die Überbauung Bommert wurde als Wohnanlage konzipiert, in der mehr als gewohnt wird. «Elektro-Mobilität und Gartenanlagen können von allen Mieterschaften genutzt werden. Zukunftsorientiert zeigt sich der ‹Bommert› dank hoher Energieeffizienz und ökologisch nachhaltiger und gesunder Bauweise», heisst es im «Bommert»-Prospekt. Dass es sich bei dem Slogan nicht bloss um Worte handelt, haben die Eigentümer der Wohnhäuser nun unter Beweis gestellt.

Alfred Kuster aus Diepolds-au, Inhaber der «waldoekologiekuster GmbH» in Diepoldsau, hat als beauftragter Auditor das Projekt bei der Wohnanlage Bommert geprüft, das die Stiftung Natur & Wirtschaft nun so zertifiziert hat. Die Devise lautet: «Blumenwiesen statt kahler Rasen, einheimische Bepflanzung statt Exoten.» In den Schweizer Gärten soll wieder mehr Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten entstehen. «Das Hauptkriterium des neuen Labels für Privatgärten lautet: Mindestens 30 Prozent der Fläche muss naturnah sein», sagt Alfred Kuster. Dazu kommen unversiegelte Böden, einheimische und standortgerechte Pflanzen, eine giftfreie Pflege. «So bleibt auf 70 Prozent der Fläche Platz für Rosenbeete oder Spielrasen, und trotzdem profitiert die Natur von wertvollen Lebensräumen, die das Überleben der einheimischen Arten ermöglichen», ist in der Broschüre der Stiftung zu lesen. Rechnet man alle Hecken, Kräuterbeete und Obstbäume dazu, erfüllt «Bommert» deutlich mehr, als für das Zertifikat nötig wäre.

«Die Besitzer der Wohnanlage Bommert leisten mit ihrem Engagement einen wertvollen Beitrag für die Biodiversität», sagt Alfred Kuster.

Unterwegs, der Natur zuliebe

Die Stiftung Natur & Wirtschaft fördert seit 20 Jahren die naturnahe Gestaltung von Firmen-, Wohn-, Schul- und Kiesarealen. Sie zeichnet vorbildlich gestaltete Areale mit einem national anerkannten Label aus und unterstützt Interessierte bei der Planung und Realisierung ihres naturnahen Areals. Aktuell sind über 450 Institutionen aus allen Branchen zertifiziert. Das ergibt eine Naturfläche von rund 40 Millionen Quadratmetern. Jardin Suisse, der Unternehmerverband Gärtner Schweiz, bündelt die Interessen von mehr als 1700 Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus, der Baumschulen, der Gartencenter und der Produktions- sowie Verkaufsgärtnereien der Schweiz. Er setzt sich für die Verbesserung des Marktzugangs für seine Mitglieder, für einen nachhaltigen und ökologischen Umgang mit der Umwelt und für einen hohen Standard in der Berufsbildung ein. Die Branche beschäftigt über 24000 Mitarbeitende in über 4500 Betrieben und erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von mehr als 4,5 Milliarden Franken pro Jahr.

Ebenfalls einen Beitrag leistet die «Mission B», eine Aktion von SRF, RSI, RTR und RTS, die aufzeigt, was jeder und jede Einzelne konkret für die Artenvielfalt in der Schweiz tun kann. Verschiedene Fachorganisationen und Unternehmen machen mit bei der Aktion und tragen ihren Teil dazu bei, dass möglichst viel Fläche mit einheimischen Pflanzen zusammenkommt. (pd)