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BODENSEE: Der Bodensee lässt den Sommer aus

Das Wasser im Bodensee steht Ende des ersten Halbjahres 2017 einen halben Meter tiefer als im langjährigen Durchschnitt. Diesen Stand erreicht es üblicherweise bereits im Mai und erst wieder im September.
Fritz Bichsel
Vor Jahresfrist lagen die Schiffe eben zur Promenade, jetzt ist der Pegel markant tiefer. (Bild: Rudolf Hirtl)

Vor Jahresfrist lagen die Schiffe eben zur Promenade, jetzt ist der Pegel markant tiefer. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Juni ist auch in der Region Rorschach oft ein Regenmonat. Zusammen mit der Schneeschmelze in den Alpen und Gewittern bewirkt das dann steilen Anstieg des Seewassers. Im langjährigen Mittel erreicht der Bodensee damit gegen Ende Juni den höchsten Stand im Jahr, auf welchem er meistens bis gegen Ende Juli bleibt.

Dieses Jahr bewegte sich der Pegel hingegen anders. Ganz unüblich sank der Wasserstand im Juni nach dem ersten Drittel. Erst in den letzten Junitagen stieg er wieder an und dies nur wenig. Darin spiegelt sich, dass das Wetter dieses Jahr bisher oft ungewöhnlich war.

Warmer März – frühe Schneeschmelze

Einem Winter mit weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt und damit etwas tieferem Wasserstand in unserem See folgte ein sehr warmer März mit ebenfalls zu wenig Niederschlag. Trotzdem stieg der Seepegel stark an, bis gut 40 Zentimeter über das langjährige Mittel. Das bewirkte die aussergewöhnliche Wärme, die in den Bergen sehr früh Schnee zum Schmelzen brachte.

Der April fiel dann extrem aus: Zuerst bereits sommerliche Wärme und auch Gewitter wie sonst im Sommer, dann eine Frostperiode und schliesslich heftiger Schneefall bis an den Bodensee hinunter.

Mit diesem Wechselbad normalisierte sich der Wasserstand im See. Er blieb noch bis gut Mitte Mai auf der durchschnittlichen Höhe, weil immerhin dieser Monat zum grösseren Teil der langjährigen Norm entsprach. Der Mai wurde dann aber noch zu warm, mit ersten Hitzetagen wie üblicherweise erst im Hochsommer. Der Seepegel bewegte sich deshalb unterhalb des langjährigen Mittels. Das blieb bis jetzt, Anfang Juli, so – inzwischen mit Abweichung um einen halben Meter nach unten. Denn der Juni war mit Hitzeperioden und zu wenig Niederschlag wieder aussergewöhnlich.

Höchster Stand bereits Anfang Juni

Statt Ende Juni und im Juli erreichte das Seewasser dieses Jahr den bisher höchsten Stand bereits Anfang Juni. Weil es seither sogar absank, dürfte das für 2017 bereits das Maximum gewesen sein.
Im Gegensatz dazu war der Juni im Vorjahr seinem Ruf als Regenzeit mehr als gerecht geworden. Bei zu viel Niederschlag stieg das Seewasser damals gar etwas über die Hochwassermarke. Ende Juni/Anfang Juli 2016 stand es 1,2 Meter höher als jetzt.

Bild: PD

Bild: PD

Warmes Badewasser, kühles Trinkwasser

Das Wasser im Bodensee lässt 2017 den Sommer aber nur bei der Höhe aus. Die Temperatur war bereits im Juni hochsommerlich mit bis 25 und stellenweise 26 Grad an der Oberfläche wie üblicherweise erst im August. Tiefer unten wird das Wasser rasch kälter – nicht regelmässig, sondern in Sprüngen, weil sich im See Schichten bilden.

Auf das Trinkwasser hat die hohe Oberflächentemperatur keinen Einfluss. Die Fassungen liegen 40 bis 60 Meter tief in einer Schicht, in der das Wasser durchs ganze Jahr wenige Grad kühl bleibt.


redaktionot@tagblatt.ch

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