Boden im Isenriet erhalten

MARBACH. Die ersten Arbeiten der Versuchsschüttung für die anstehende Bodenverbesserung im Marbacher Isenriet sind abgeschlossen. Bis im Frühjahr werden dort weitere Versuche durchgeführt.

Kurt Latzer
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Sind die Versuche im Isenriet erfolgreich, werden die Böden auf einer Fläche von 13 Hektaren in gleicher Weise aufgefüllt und damit verbessert. (Bild: Kurt Latzer)

Sind die Versuche im Isenriet erfolgreich, werden die Böden auf einer Fläche von 13 Hektaren in gleicher Weise aufgefüllt und damit verbessert. (Bild: Kurt Latzer)

MARBACH. Sinken die Böden im Riet weiter ab, sind sie irgendwann nicht mehr bebaubar. Der Boden in der landwirtschaftlich genutzten Rietlandschaft sackt immer mehr in Richtung Grundwasserspiegel ab.

Bei länger anhaltendem Regen bilden sich auf den Feldern nasse Stellen und kleine Seen. Mit sandigem Material ab dem Mittelgerinnewuhr des Rheins sollen nun die Böden auf einer Fläche von 13 Hektaren um etwa 20 Zentimeter erhöht und damit qualitativ verbessert werden.

Versuche nötig

Bevor grossflächig aufgeschüttet wird, gilt es einige Abklärungen zu treffen. So auch mit dem Antransport und Ausbringen des Materials auf die Rietböden abseits der Strassen. «Wir können nicht einfach mit schwerem Gerät auf den Halbmoor- und Moorböden arbeiten. Wir müssen darauf achten, bei den Arbeiten Bodenverdichtungen zu verhindern», sagt Ulrich Steiger, Technischer Leiter der Melioration der Rheinebene, auf Anfrage.

Belastung vorerst erfolgreich

Nach Allerheiligen gingen die ersten Lastwagenladungen mit Rheinsand von Widnau aus in Richtung Isenriet. Zwischen Marbach und Kriessern wurde bei besten Wetterbedingungen und abgetrocknetem Boden eine 80 Meter lange, fünf Meter breite und ein Meter hohe, dammförmige Versuchspiste aus Sand angelegt. Mit Vierachslastwagen wurde der Rheinsand im Gebiet abgeladen und der Damm mit einem leichten Raupenbagger in Form gebracht. «Um zu sehen, wie sich der Damm und der gewachsene Boden beim Einbringen des Sandes unter Last verhalten, wurde mehrfach mit beladenen Lastwagen vor und zurück gefahren. Bisher hat der Boden den Belastungen standgehalten», meint Steiger. Bei der Belastungsprobe werde der Untergrund auf sichtbare Veränderungen überprüft und die Bodenwasserspannung überwacht.

Spaten, mischen und ansäen

Nun müssen die Fachleute abwarten. Wenn es ein paar Tage lang geregnet hat, werde untersucht, wie sich die Schüttung nach dem Einwirken des Regens verhalte. Verlaufen die Tests erfolgreich, wird weitergearbeitet. Ulrich Steiger: «Als Erstes wird das Material mit einem Bagger sieben bis acht Meter auf den Boden beidseits des Dammes verteilt, bis auf eine Höhe von 20 Zentimetern.»

Anschliessend werde dem Rheinsand Kompost oder Mist beigegeben und die ganze Fläche mit einer Spatmaschine bearbeitet. Auf diese Weise werden der vorhandene Humus, der Rheinsand und der Kompost vermischt. Im letzten Schritt wird die Testfläche angesät. Bei allen Arbeiten muss bodenschonendes Gerät eingesetzt werden, beispielsweise Traktoren mit sehr breiten Reifen oder Raupenfahrzeuge.