Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BOB: Enttäuschung und Erfolg zugleich

Im Vierer von Routinier Beat Hefti hat Marco Tanner an der Schweizer Meisterschaft die Bronzemedaille gewonnen. Die Mannschaft hatte höhere Ziele, für den 23-jährigen Lüchinger ist es aber ein Erfolgserlebnis.
Remo Zollinger
Eine Bronzemedaille, die gemischte Gefühle auslöst: Marco Tanner wurde im Viererbob von Beat Hefti an der Schweizer Meisterschaft in St. Moritz Dritter. (Bild: pd)

Eine Bronzemedaille, die gemischte Gefühle auslöst: Marco Tanner wurde im Viererbob von Beat Hefti an der Schweizer Meisterschaft in St. Moritz Dritter. (Bild: pd)

Remo Zollinger

«Im ersten Moment waren wir enttäuscht über den dritten Platz. Nicht nur, weil wir nicht gewonnen haben: Er bedeutet auch, dass wir im Januar keine Welt­cuprennen fahren dürfen», sagt Marco Tanner.

Der Lüchinger ist Anschieber des Teams von Beat Hefti, das an der Schweizer Meisterschaft in St. Moritz Dritter geworden ist. Mit dem ersten Lauf ist Marco Tanner zufrieden. Der zweite Rang mit kleinem Rückstand auf die Spitzenposition bedeutete, dass der Sieg noch möglich gewesen wäre. Diesen hätte das Team gebraucht, um in diesem Monat im Weltcup starten zu dürfen.

Es kam anders. «Am Start hat nicht alles nach Wunsch geklappt, wir gingen mit einer zu tiefen Abgangsgeschwindigkeit ins Rennen», sagt Marco Tanner. In einer Sportart, wo die Abstände kaum mehr als Wimpernschläge sind, ist das eine grosse Hypothek. Eine zu grosse. Das Team fiel mit einem Hundertstel Rückstand auf Pius Meyerhans sogar noch auf den dritten Rang zurück. Gewonnen hat der zuletzt stets starke Clemens Bracher.

Marco Tanners erste Medaille im Bobsport

Für Marco Tanner ist der dritte Rang aber doch ein Erfolgserlebnis. Er hat an Schweizer Meisterschaften in der Leichtathletik schon mehrere Medaillen gewonnen, im Bobsport aber noch keine. «Es ist cool, diese Medaille gewonnen zu haben», sagt er.

Als Beat Hefti seine erste WM-Medaille holte, war Marco Tanner gerade mal sechsjährig, jetzt ist der 39-jährige Herisauer sein Teamkollege. Im Sommer hat Beat Hefti einen Anschieber gesucht und ihn in Marco Tanner gefunden. Der Lüchinger sagt: «Es ist eindrücklich, mit ihm in einem Team zu sein. Er hat alles schon einmal erlebt, weiss immer, was in dieser Situation gerade zu tun ist.»

Im November startete die Mannschaft an Weltcuprennen in den USA. Mehr als einen 17. Rang gab es dabei nicht. Was zuerst wie eine Enttäuschung klingt, ist bei genauerer Betrachtung keine mehr: Neben Beat Hefti waren alle Athleten im Alter von Marco Tanner. Und das ist im Bobsport jung. «Wir waren fast zu jung», sagt der Lüchinger, der selbst erst seit zwei Jahren Bob fährt.

Die besten Athleten sind um die 30, was daran liegt, dass ­Bobsport keine Erstsportart ist. Marco Tanner erklärt: «90 Prozent der Athleten stammen aus der Leichtathletik und beginnen kaum vor 20 Jahren mit dem Bobsport.» Durch ihre Erfahrung in der Leichtathletik bringen sie das ein, worauf es beim Bob ankommt: Kraft, Tempo, Dynamik.

Die Olympiafrage ist noch nicht entschieden

Diese Qualitäten muss Marco Tanner in diesen Wochen wieder im Europacup unter Beweis stellen. Gemeinsam mit dem 20-jährigen Michael Vogt reist er nach Winterberg, um an Europacuprennen teilzunehmen. Darauf folgt die Schweizer Meisterschaft der Junioren in St. Moritz.

Ein Rückschlag ist das für Marco Tanner nicht. «Jedes Training, jedes Rennen ist für mich wichtig, um Erfahrung zu sammeln», sagt er. Seit einem Jahr setzt er voll auf die Karte Bobsport, hat dafür seine Aktivität in der Leichtathletik aufs Eis gelegt. Marco Tanner hat zwar an der Schweizer Meisterschaft im Letzigrund im Speerwurf teilgenommen, aber «ohne Training, zum Plausch, weil ich nochmals in diesem Stadion werfen wollte».

Den grossen Wurf traut sich Marco Tanner aber eher im Bobsport zu. Hier schätzt er die Chancen auf internationalen Erfolg höher ein und ist national auch schon unter den Besten. Am landesinternen «Usschiebe» um die Selektion für die olympischen Spiele in Pyeongchang (Südkorea) ist er als jüngster Teilnehmer Achter geworden. Das ist der ­erste Rang ausserhalb derer, die dabei sind – die definitive Entscheidung von Swiss Sliding steht aber noch aus.

«Ich bin zwar einen Platz zu weit hinten, aber vielleicht entscheidet sich der Verband ja dazu, einem Jüngeren eine Chance zu geben», sagt Marco Tanner.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.