Blitzkasten erhitzt die Gemüter

Bei der Autobahnausfahrt Meggenhus steht ein fixer Radar. Und zwar auf abschüssiger Strecke. Christian Aldrey, Chef der St. Galler Verkehrspolizei, wehrt sich gegen Kritik.

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Eine Tafel warnt vor dem Blitzer hinter der Kurve bei Meggenhus. (Bild: Kapo SG)

Eine Tafel warnt vor dem Blitzer hinter der Kurve bei Meggenhus. (Bild: Kapo SG)

Abzockerei in Reinkultur, Wegelagerei: Das ist der Tenor in Online-Kommentaren zum Meggenhus-Radar, der vorletzte Woche fest installiert wurde. Wer auf der Autobahn von St. Gallen her kommend in Richtung Rorschach/Arbon abbiegt, läuft in der Kurve bei der Ausfahrt Gefahr, geblitzt zu werden. «Es geht bergab, die meisten lassen mit 80 bis 90 Kilometern pro Stunde ausrollen. Der finanzielle Erfolg ist somit gesichert», schreibt ein Kommentator auf «Tagblatt Online». Viele ziehen zudem die Begründung in Zweifel, man wolle mit dieser Radaranlage einen Unfallschwerpunkt entschärfen. Ein Kommentator fragt: «Wann hat jemand hier letztmals einen Unfall beobachtet? Ein Jahr zurück – oder waren es zwei?» Christian Aldrey ist Chef der Verkehrspolizei des Kantons St. Gallen. Er weiss genau, wann es im fraglichen Bereich zum letzten Mal gekracht hat: «Am 26. März gab es den bisher letzten Unfall.» Zehn pro Jahr waren es im Schnitt seit 2008 – fast alles Schleuder- und Selbstunfälle, und zwar vor allem im Herbst und Winter. «Das ist für diese kurze Strecke eine Häufung. Wir beschlossen, zu handeln. Wir wollen uns nicht dem Vorwurf aussetzen, zuzuwarten, bis es Verletzte oder Tote gibt.» Hat die Polizei einen Unfallschwerpunkt eruiert, geht sie nach einem fixen Raster vor. «Wir prüfen zunächst die Griffigkeit des Belags und die Ausleuchtung», sagt Christian Aldrey. In Meggenhus seien nicht diese Punkte, sondern der Radius der Kurve beziehungsweise das zu schnelle Fahren als Ursachen für die Unfälle ausgemacht worden.

Der Entscheid, auf einen fixen Radar zu setzen, wurde mit dem Bundesamt für Strassen gefällt – wie auch jener, per Tafel auf den Radar hinzuweisen: «Wir wollen keine Falle stellen und viele Bussen kassieren, sondern das Tempo reduzieren», sagt Aldrey. (dwa)