«Bleandastöba» und Justiz

Bleandastöba war bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine Art Volksjustiz. Diejenigen Männer oder Frauen, die den Ehepartner geschlagen haben, wurden von den Nachtbuben (ledige Burschen) im Dorf verspottet. Deren Name wurde vom Berg gerufen und dazu wurde ein Höllenlärm veranstaltet.

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Die Inschrift im Brunnen zeugt heute noch vom Brauch des «Bleandastöbas».

Die Inschrift im Brunnen zeugt heute noch vom Brauch des «Bleandastöbas».

Bleandastöba war bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine Art Volksjustiz. Diejenigen Männer oder Frauen, die den Ehepartner geschlagen haben, wurden von den Nachtbuben (ledige Burschen) im Dorf verspottet. Deren Name wurde vom Berg gerufen und dazu wurde ein Höllenlärm veranstaltet.

In den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts ist es zu immer mehr Reklamationen gekommen, bis im Jahre 1950 der Brauch zum letzten Mal durchgeführt wurde. Damals hat der Gemeinderat den jungen Burschen eine Kiste Bier versprochen, sofern sie aufs «Bleanda-stöba» verzichten. Die Befürworter des Brauches jedoch boten zwei Kisten. Nach dem Genuss dreier Kisten Bier wurde der Anlass zum letzten Mal durchgeführt. Die Durchführung des «Bleandastöbas» wäre heute nicht mehr vorstellbar. Jedoch erinnert der Name einer Oberrieter Guggenmusik sowie der Brunnen gegenüber dem Rathaus noch heute an diesen alten Brauch. (pd)