Blattmann wirbt für die Armee

Korpskommandant André Blattmann hielt an der Hauptversammlung der Appenzellischen Offiziersgesellschaft ein Referat zur Wichtigkeit der Schweizer Armee und deren Angehöriger. Eine Ersatzwahl gab es im Vorstand.

Bruno Eisenhut
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HEIDEN. Am Samstag fanden sich im Hotel Heiden viele der höchsten Armeeangehörigen beider Appenzell ein. Aber nicht nur. Anwesend war mit Korpskommandant André Blattmann auch der Mann, der die Schweizer Armee führt. Der Anlass: die Hauptversammlung der Appenzellischen Offiziersgesellschaft.

Geld für Armee nötig

André Blattmann betonte in seinem Referat, dass der Alltag in der Schweiz vollumfänglich abhängig sei von der kritischen Infrastruktur. In diesem Zusammenhang erwähnte er das Rechenzentrum in Olten, den Flughafen in Kloten oder die Stromverteilung der Eidgenossenschaft. Um den aktuellen Wohlstand im Land halten zu können, bedürfe es dieser Infrastruktur, so Blattmann. Die jüngsten Ereignisse in der Ukraine mit dem Kampf um die Halbinsel Krim habe gezeigt, dass es wenig braucht, bis die Besitzverhältnisse anders geregelt sind. Die Lehre daraus für die Schweiz sei klar, sagte der Chef der Armee: «Wenn man sicher sein will, muss man selber dafür sorgen.» Und zudem sei eine Bereitschaft dazu unumgänglich.

André Blattmann verwies auf die bevorstehenden Investitionen im Bereich der Armee. «Fünf Milliarden Franken jährlich für die Armee sind zwingend nötig», so Blattmann. Nur so könnten die nötigen Investitionen in eine zeitgemässe Schweizer Armee getätigt werden. Sprechen sich die nationalen Parlamente gegen dieses Budget aus, sei dies auch zu akzeptieren, so Blattmann. Dann müsse aber in aller Konsequenz über die Möglichkeiten und Aufgaben der Schweizer Armee diskutiert werden.

Flächendeckend könnte die Schweiz dann nicht mehr beschützt werden, so der Korpskommandant.

Götz folgt auf Loepfe

Ehe sich Armeechef André Blattmann über die Zukunft der Armee äusserte, hielt die Appenzellische Offiziersgesellschaft ihre Hauptversammlung ab.

Die rund 70 Stimmberechtigten wählten Sebastian Götz aus Walzenhausen in den Vorstand. Er folgt dort auf den zurückgetretenen Pascal Loepfe. Dieser gehörte seit 2008 dem Vorstand der Appenzellischen Offiziersgesellschaft an. Er war für den Bereich PR verantwortlich. Bei seiner damaligen Wahl habe er unter anderem als Ziel vorgelegt bekommen, dass zusätzliche jüngere Mitglieder angeworben werden sollen. «Mein heutiger Blick in den Saal bestätigt mir, dass ich dieses Ziel erreicht habe», bilanzierte Pascal Loepfe. Sichtlich stolz verkündete Präsident Urban Broger denn auch zuvor, dass im vergangenen Jahr fast lückenlos alle neuen Offiziere der Vereinigung beigetreten seien.

In seinem Jahresbericht blickte Urban Broger auf die aus seiner Sicht verlorene Abstimmung über den Gripen-Kauf zurück. Trotz Niederlage freue er sich aber über die erfolgte Zusammenarbeit mit den benachbarten St. Gallern im Abstimmungskampf.

Eng verbunden mit der Appenzellischen Offiziersgesellschaft ist die Winkelriedstiftung. Der Stiftungsrat besteht aus Mitgliedern des AOG-Vorstands sowie Vertretern der Regierung beider Appenzell und weiteren Personen. Die Stiftung leistet Beiträge im Bereich des Wehrwesens, des Bevölkerungsschutzes und der Sozialhilfe. Die Versammlung genehmigte die Jahresrechnung der Stiftung genauso wie jene der AOG. Auch alle anderen traktandierten Geschäfte passierten einstimmig.

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