Biotechnologie-Sektor steht vor einer Übernahmewelle

Mit einer Nachbesserung des 18,5 Milliarden Dollar schweren Angebots könnte Sanofi-Aventis den Übernahmekampf um den Biotechnologie-Konzern Genzyme schon in diesen Tagen für sich entscheiden. Mit ihrem Vorstoss in den USA versetzen die Franzosen andere Mitbewerber in Zugzwang.

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Mit einer Nachbesserung des 18,5 Milliarden Dollar schweren Angebots könnte Sanofi-Aventis den Übernahmekampf um den Biotechnologie-Konzern Genzyme schon in diesen Tagen für sich entscheiden. Mit ihrem Vorstoss in den USA versetzen die Franzosen andere Mitbewerber in Zugzwang. Auch bei den zahlreichen kleineren und mittelgrossen Schweizer Biotechnologieunternehmen besteht in diesem Zusammenhang Handlungsbedarf. Damit eröffnen sich Anlagechancen.

Die Biotechnologie-Industrie sieht sich derzeit mit einem sehr schwierigen Umfeld konfrontiert. Aufgrund ihrer Schuldensituation haben viele westliche Länder Reformen im Gesundheitssystem eingeleitet und auch bei den Medikamentenpreisen den Rotstift angesetzt. Gleichzeitig wurden im Bereich biotechnologisch hergestellter Medikamente die gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für Nachahmerprodukte geschaffen. In beiden Fällen droht der Branche Druck auf die Verkaufspreise und damit verbunden auf die zukünftige Ertragsentwicklung. Auch die restriktive Haltung der US-Gesundheitsbehörde bei Produktzulassungen hat Folgen für die Biotechnologieunternehmen: Dadurch wird es schwieriger und kostenintensiver, neue Medikamente auf den Markt zu bringen.

Schon in der Vergangenheit reagierte die Biotechnologie-Industrie mit Fusionen und Übernahmen auf schwierige Rahmenbedingungen. Mit der Annäherung an den US-Biotechnologie-Konzern Genzyme ist die französische Sanofi-Aventis dabei, eine Übernahmewelle loszutreten.

Das schwierige Umfeld trifft kleinere und noch nicht rentabel arbeitende Unternehmen stärker als ihre grossen und profitablen Mitbewerber. Hierzulande ist der Handlungsbedarf bei den zahlreichen kleinen und mittelgrossen Biotechnologieunternehmen deshalb besonders hoch. In Erwartung wertgenerierender Firmenübernahmen und -fusionen bieten sich derzeit auch am Schweizer Aktienmarkt bei den Biotechnologie-Aktien günstige Anlagechancen.

Kommende Woche werden mit Basilea, Syngenta und UBS weitere Basler Unternehmen ihre Jahresergebnisse vorlegen. Daneben stehen u. a. auch Ergebnisse von Credit Suisse, Givaudan, Julius Bär und Zurich Financial Services zur Veröffentlichung an. Konjunkturseitig werden der Arbeitsmarktbericht, der Konsumentenstimmungsindex sowie der Landesindex der Konsumentenpreise für den Monat Januar erwartet. In den USA liegt das Hauptaugenmerk auf der Handelsbilanz für den Monat Dezember. (pd)

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