Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Bin umzingelt von grauen Wänden»

Zweimal Sommerferien hat der Diepoldsauer Maler-Lehrling Giuseppe Aiello geopfert für die Gestaltung des Jugendtreffs Sonnenstrasse. Verdient hat er dabei nichts – gewonnen sehr viel. Er würde gern überall «die Welt verschönern» wo ihn graue Mauern dazu ermuntern. Aber nur legal.
René Schneider
Am Jugendtreff an der Sonnenstrasse blieb kein Quadratzentimeter ohne sorgfältige Gestaltung. (Bild: pd)

Am Jugendtreff an der Sonnenstrasse blieb kein Quadratzentimeter ohne sorgfältige Gestaltung. (Bild: pd)

Diepoldsau. Illegal zu sprayen lehne ich ab», stellt Giuseppe Aiello klar. «Als Maler kenne ich den Aufwand für die Entfernung von Illegalem. Da muss ein Jugendlicher schnell einmal geradestehen für einen Schaden von 10 000 Franken. Ich bin froh, dass von mir nirgends illegale Arbeiten sind.» Trotzdem findet er es schade, wenn «Werke» ungeachtet ihrer Qualität entfernt oder übermalt werden. Es gebe neben viel Schlechtem im öffentlichen Raum «sehr gute Arbeiten», die aber kaum wahr genommen würden. Viele hätten eben keinen Zugang zu dieser Art von Kunst oder lehnten das Sprayen und Malen auf Wände generell ab.

Geübt hat «Thaf», wie Aiello seine Arbeiten zeichnet, in den letzten Jahren auf allem, was sich anbot. Papier, Holz, Karton, T-Shirts, Dosen, Möbel, Leinwand, Alltagsgegenstände, auf Deckeln von Maler-Kübeln. Zum Teil malt er auf Klebefolie und ziert mit den «Stickers» Verkehrsschilder, Trafokästen, Lampenkandelaber oder Mamas Möbel.

Das Fachwissen eignete er sich in Lehre und Berufsschule an. «Ein Bauberuf bot sich für mich an, und wegen meiner Freude am Gestalten und an Farben wählte ich den Malerberuf.

Ab und zu bekam er eine legale Fläche zugewiesen auf einem Garagentor, in einem Kellerraum, oder an einem Trafokasten.

Mit der Anfrage zur Gestaltung des Jugendtreffs ging Giuseppe ein Traum in Erfüllung. «So grosse Wände, so viele Flächen, Fenster, Brüstungen – und dazu gratis die gewünschten Materialien. Es war wie das Arbeiten im Paradies.» Thaf arbeitete zum Teil gar nachts mit Stirnlampe. «Es war wie ein Rausch, und immer entstanden neue Bilder und Ideen in mir.» Ähnliche Visionen habe er im Alltag oft, wenn er aus seiner Sicht geeignete, freie, graue Flächen sehe. «Manchmal fühle ich mich umzingelt und erschlagen von den ewig grauen und phantasielosen weissen Flächen.

Eine der grössten rage am Bahnhof Buchs auf, wo er aus dem Zug steigt und zur Berufsschule geht. «Ich würde sie gern gestalten, mit Hilfe eines Gerüsts oder einer Hebebühne.» Daneben träumt er den Traum vom eigenen Atelier. Noch haben bei ihm aber Lehre und die Schule Vorrang.

Entdeckt hat er seine Passion und sein Geschick als Jugendlicher. Seine älteren Cousins in Norditalien und jene im untersten Süden Italiens nahmen ihn ab und zu zum Sprayen mit. «Ich bewunderte sie und wollte das auch können.» Inzwischen bewunderten jene «seinen» gestalteten Jugendtreff. «Sie sind stolz auf mich.»

Arbeiten von Thaf gibt es im Internet zu sehen unter www. flickr.com/photos/thaf. Bei www.facebook.com findet man Giuseppe Aiello als Thaf Bfa.

Augen faszinieren den Maler und Sprayer Giuseppe Aiello besonders. (Bild: sc)

Augen faszinieren den Maler und Sprayer Giuseppe Aiello besonders. (Bild: sc)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.