Bilder aus der Vogelperspektive

WIDNAU. Mit Hilfe eines Oktokopters, einem Fluggerät mit acht Rotoren, schiessen Fredy Roth und Diego Dengg Fotos aus luftiger Höhe. Bei einem Testflug in Diepoldsau demonstrierten die beiden ihr «fliegendes Auge» namens Jonathan.

Susi Miara
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Diepoldsauer Brücke aus der Vogelperspektive, fotografiert aus dem fliegenden Oktokopter. (Bild: Fredy Roth)

Diepoldsauer Brücke aus der Vogelperspektive, fotografiert aus dem fliegenden Oktokopter. (Bild: Fredy Roth)

Sie gleiten beinahe geräuschlos durch die Luft, können bewegungslos am Himmel verharren und dann rasch in eine Richtung beschleunigen. Die Rede ist nicht von UFOs, sondern von jenen Flugobjekten, die von Beobachtern häufig für solche gehalten werden – von sogenannten Oktokoptern. Wenn Fredy Roth und Diego Dengg mit ihrem Oktokopter unterwegs sind, um Bilder aus der Vogelperspektive zu machen, sind sie sofort das Gesprächsthema und Belagerungsobjekt. Die Funktionsweise ähnelt der eines Hubschraubers, nur dass der Oktokopter statt eines Rotors eben acht Rotoren hat. «Es gibt sie in unterschiedlichsten Ausführungen und Grössen», sagt Diego Dengg, Rettungssanitäter und seit mehr als 25 Jahren Modellflugpilot. Vor zwei Jahren sprach er zufällig mit dem Berufsfotografen Fredy Roth über sein Hobby. Dieser wollte gleich wissen, ob man auf so ein Fluggerät eine Kamera montieren könnte. So nahm das Projekt «Jonathan» seinen Lauf. Zwei Jahre dauerte es, bis Anfang Januar der erste Testflug mit der Fotokamera starten konnte. Zwar können für den Bau der Drohne alle Teile käuflich erworben werden. Die Sonderanfertigung für die schwere Canon EOS-1DX musste Dengg jedoch selber in die Hand nehmen. Die Fotokamera sitzt auf einer Halterung und wird von Fredy Roth bedient. Diego Dengg steuert den Oktokopter. Zehn Minuten kann die Drohne in der Luft bleiben. «So lange reicht der Akku», erklärt Dengg. Der Oktokopter erreicht eine Geschwindigkeit von 55 km/h, und seine maximale Flughöhe beträgt 150 Meter. 35 000 Franken haben die beiden bis jetzt für die Drohne und die Kameraausrüstung ausgegeben. Mit dem fliegenden Objekt wollen sie Bildaufnahmen aus der Luft anbieten. Beim Fotografieren soll es aber nicht bleiben. «Bereits jetzt sind Filmaufnahmen aus der Luft in Planung», sagt Roth.

www.roth-widnau.ch/airmoments

Diego Dengg (links) steuert die Drohne, Fredy Roth fotografiert. (Bild: Susi Miara)

Diego Dengg (links) steuert die Drohne, Fredy Roth fotografiert. (Bild: Susi Miara)