Bewohner stehen im Mittelpunkt

DIEPOLDSAU. Das Alters- und Pflegeheim Rheinauen in Diepoldsau hat eine Umfrage durchgeführt, um noch besser auf die Bedürfnisse der Heimbewohner eingehen zu können. 81 Prozent der Bewohner haben sich daran beteiligt.

Susi Miara
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Den Bewohnern im Altersheim Rheinauen wird es nie langweilig. Ein attraktives Aktivierungsprogramm sorgt für Abwechslung. (Bilder: Susi Miara)

Den Bewohnern im Altersheim Rheinauen wird es nie langweilig. Ein attraktives Aktivierungsprogramm sorgt für Abwechslung. (Bilder: Susi Miara)

Dass ein Alters- und Pflegeheim zur Zufriedenheit aller Bewohner funktionieren kann, zeigen die Bemühungen im Alters- und Pflegheim Rheinauen. Die 42 Heimbewohner geniessen dort nicht nur eine traumhafte Umgebung mit Rosengarten, einem Teich mit Koi-Fischen, zwei Volieren mit Vögeln, einem Gehege mit Geissen, einem Kräutergarten und sicheren Spazierwegen rund um das Haus. Auch der Altersheimalltag wird nach den Bedürfnissen der alten Menschen gestaltet.

Um diese Bedürfnisse besser eruieren zu können, führt das Heim alle drei Jahre eine Bewohnerumfrage durch. An der letzten Umfrage im Dezember 2009 haben sich 34 Bewohner beteiligt. Ihre Hinweise wurden anschliessend von der Heimkommission und dem Gemeinderat geprüft und Verbesserungen sofort umgesetzt.

Pflege neu organisiert

Seit Januar 2010 wird im Altersheim Rheinauen Bezugspflege angeboten.

«Das heisst, dass die Bewohner stockweise vom gleichen Pflegepersonal betreut werden», erklärt Heimleiter Markus Lüchinger. Von den Bewohnern seien bereits positive Rückmeldungen eingegangen. Drei Bewohner hätten ausserdem den Wunsch geäussert, den Gottesdienst in der Kirche zu besuchen. Markus Lüchinger begleitet vom Frühjahr bis Herbst einmal pro Monat die Bewohner zu einem Gottesdienst mit anschliessendem Friedhofsbesuch. «Am Palmsonntag waren wir mit den Bewohnern erstmals in der Kirche», berichtet Markus Lüchinger.

Noch mehr Aktivitäten

Bereits seit längerer Zeit bietet das Altersheim ein attraktives Wochenprogramm, den die Aktivierungs-Fachfrau Roswita Weder wöchentlich neu zusammenstellt. Der Wunsch der Bewohner, auch am Abend im Heim etwas unternehmen zu können, wurde mit dem neu gegründeten Chor «Junge Rheinauer» erfüllt. Ein bis zwei Mal pro Woche finden am Abend Proben statt. Anschliessend sitzen die zwölf Chormitglieder gemeinsam bei einem Glas Wein zusammen. «Unser Ziel sind natürlich öffentliche Auftritte», sagt Markus Lüchinger.

Neu haben die Bewohnerinnen und Bewohner freiwillig die Möglichkeit, in der Küche oder im Hausdienst mitzuarbeiten. «Dies ist ein Projekt und gleichzeitig die Diplomarbeit von Mägi Haas, die eine Ausbildung als Haushaltleiterin absolviert. Jeden Donnerstag rüsten sechs bis sieben Frauen freiwillig in der Küche Gemüse, eine Bewohnerin verteilt die Post, eine andere erledigt die Näharbeiten, und jemand ist wiederum für die Fütterung der Tiere zuständig.

«Was bei diesem Projekt gut ankommt, kann später in unsere Alltagsgestaltung aufgenommen werden», erklärt Markus Lüchinger.

Keine zusätzliche Kosten

«Wir gehen auf die Wünsche unserer Bewohner ein», sagt der Heimleiter. Dabei werden die Möglichkeiten jedes einzelnen berücksichtigt. «Es gibt auch Bewohner, die nicht mitmachen wollen oder können. Auch das müssen wir akzeptieren», erklärt Markus Lüchinger. So habe das Altersheim nicht nur einen guten Ruf.

«Die Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich bei uns sehr gut.» Neu eingeführt wurde auch ein Bewohnerstammtisch, der dreimal im Jahr stattfindet. Bei diesem Stammtisch wird das Augenmerk auf die Bedürfnisse der Bewohner gerichtet. Wünschen die Bewohner, ins Dorf zu fahren oder Anlässe zu besuchen, besteht seitens der Heimleitung ebenfalls die Möglichkeit, gebracht und wieder abgeholt zu werden.

«Trotz spezieller Wünsche und zusätzlicher Aktivitäten entstehen für uns keine zusätzlichen Kosten», betont Markus Lüchinger. Das Wohl seiner Heimbewohner stehe bei ihm an erster Stelle. Dass das Alters- und Pflegeheim Rheinauen einen guten Ruf geniesst, davon zeugt auch die lange Warteliste. «Wir sind im Moment voll belegt und haben viele Interessenten, die zu uns kommen möchten», sagt Markus Lüchinger.

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