Bewegung statt Pillen

Gemeinde und Schule haben zusammen mit der Ortsgemeinde Schmitter 180000 Franken in einen Psychomotorik- und Bewegungsraum investiert. Sie übernehmen damit im Rheintal eine Vorreiterrolle.

Drucken
Teilen
Eine Delegation des Ortsverwaltungsrates Schmitter besichtigte den neuen Bewegungsraum beim Kindergarten Kirchenfeld. Die Ortsgemeinde hat die Einrichtung mitfinanziert. (Bild: gk)

Eine Delegation des Ortsverwaltungsrates Schmitter besichtigte den neuen Bewegungsraum beim Kindergarten Kirchenfeld. Die Ortsgemeinde hat die Einrichtung mitfinanziert. (Bild: gk)

Zu Beginn dieses Jahres konnte der neu erstellte Bewegungsraum in Betrieb genommen werden. An den Dreifachkindergarten Kirchenfeld angebaut, ist er mit seinem separaten Zugang auch für andere Kindergärten, Klassen und den Schülerhort zugänglich. So ist er nicht nur Kindern mit psychomotorischen Auffälligkeiten vorbehalten, sondern kann auch von anderen Kindergarten- und Schulklassen mit präventivem Gedanken genutzt werden.

Bewegung wirkt wie eine hoch dosierte Arznei

Dies spiegelt die Hauptintention, die hinter dem Bau steht: Einen Raum zu schaffen, der die Ar­- beit an den Defiziten bei der Psychomotoriktherapie unterstützt. Denn Bewegung wirkt wie eine hoch dosierte Arznei. Kinder mit guten Gleichgewichtsleistungen weisen über die gesamte Schullaufbahn signifikant bessere Schulleistungen in Mathematik und Deutsch auf als Kinder mit unsicherem Gleichgewicht.

In diesen Tagen besichtigte Bruno Spirig, der Präsident der Ortsgemeinde Schmitter, zusammen mit weiteren Verwaltungsratsmitgliedern den neuen Bewegungsraum. Durch die Investition von 30 000 Franken der Ortsgemeinde in Einrichtung und Geräte konnte der Raum ganz nach dem Zweck, für den er gebaut wurde, eingerichtet werden, sollen doch die kindlichen Bewegungsbedürfnisse angesprochen, die Körperwahrnehmung geschult, Bewegungsabläufe aufgebaut und moto­rische Kompetenzen erweitert werden .

Früher tobten sich die Kinder in der Natur aus

Spirig erinnerte sich: «Bei uns war es früher der Alte Rhein oder generell der Aussenbereich, wo wir unsere Bewegungskompetenz erlangten. Heute haben sich die Priorisierungen in unserer Gesellschaft und unseren Kindern vielfach verschoben.» Dies zeige sich in Auffälligkeiten im Bewegungsverhalten und/oder in der Bewegungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Für die Schule sei es wichtig, diese Defizite aus Veränderungen der Verhaltensformen nicht einfach hinzunehmen, sondern mit der entsprechenden Infrastruktur aktiv dagegenzuhalten. Und mit einem Angebot wie dem Psychomotorik- und Bewegungsraum könne man die Kinder in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung fördern und begleiten. (gk)