Besuch vom Hund

ALTSTÄTTEN. Das Haus Sonnengarten bietet seit Anfang Oktober ganz besondere Therapiestunden an. Susanne Bücheler besucht mit ihrem ausgebildeten Hund Bell Bewohnerinnen und Bewohner.

Rösli Zeller
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Die Überraschung ist gelungen, Kurt Traub schätzt die Therapie mit «Bell» und seiner Begleiterin Susanne Bücheler. Bilder von «Bell» erinnern Traub an seinen eigenen Hund. (Bild: Rösli Zeller)

Die Überraschung ist gelungen, Kurt Traub schätzt die Therapie mit «Bell» und seiner Begleiterin Susanne Bücheler. Bilder von «Bell» erinnern Traub an seinen eigenen Hund. (Bild: Rösli Zeller)

Schulen, Heime, Gefängnisse, heilpädagogische Einrichtungen und Institutionen benützen seit Längerem das Angebot von Therapien mit Hunden.

Der Hund besucht zusammen mit seiner Begleiterin, seinem Begleiter die Klientinnen und Klienten. Das ausgebildete Paar tritt immer als Team auf, und wie ein Besuch im Haus Sonnengarten in Altstätten zeigt, wird dieses spezielle Angebot besonders geschätzt.

Ein Hund gehörte zu mir

Es ist Freitagnachmittag. Kurt Traub sitzt zusammen mit weiteren Bewohnern in der gemütlichen Stube seiner Wohngruppe. Eine Pflegefachfrau kommt zu ihm und teilt ihm mit, dass sie eine Überraschung für ihn habe. Sofort strahlt er vor Freude, und bereitwillig kommt er mit ihr in sein Zimmer. Begleitet werden die beiden von Susanne Bücheler und ihrem «Bell».

Der Hund gehorcht aufs Wort, und Kurt Traub setzt sich, ganz Gewohnheit, auf sein Bett. Der Hund möchte auch zu ihm, doch sein Platz ist, genau wie jener der Therapeutin, auf einem Stuhl. Bell und der betagte Mann verstehen sich sofort. «Ich hatte auch einen Hund. Ja, es war sehr schön mit ihm», blickt er auf längst vergangene Tage zurück. «Bell ist dreijährig. Hunde werden schnell gross», sagt Susanne Bücheler. «Ja, das ist so», antwortet der Besuchte.

Fotos wecken Erinnerungen

Streicheleinheiten während des Gesprächs gehören ganz selbstverständlich dazu und sind erwünscht. Susanne Bücheler holt ein Fotobuch aus ihrer Tasche, es ist ein Buch voller Bilder von «Bell».

Fotografiert habe die Bilder alle ihr Mann. Drei Fotobücher habe er bereits gemacht. Kurt Traub betrachtet die Bilder mit wachem Interesse und voller Freude. Viele erinnern ihn an Tage mit seinem Hund. Das Ziel der Therapie ist erreicht, und nach der Verabschiedung geht Kurt Traub einen Kaffee trinken. Der nächste Klient wartet auf den Hundebesuch.

Wöchentlich im Sonnengarten

Die Idee für diese Art von Therapie stamme von Angestellten der hauseigenen Aktivierungstherapie, war von Geschäftsführer Heinz Gebert zu erfahren. Seit Anfang Oktober kommt die in Widnau wohnende Schulische Heilpädagogin Susanne Bücheler jede Woche ins Haus Sonnengarten. Sie hat eine halbjährige Ausbildung zur Therapeutin mit Hund gemacht. «Man geht nur als Team (Lernender mit eigenem Hund) an die Ausbildung. Nach erfolgreichem Abschluss wird ein Ausweis zum Besuch von Heimen, Schulen und so weiter abgegeben. Der Hund muss für die Ausbildung zweijährig sein und man muss ihn selber erziehen», sagt die Therapeutin.

Der Hund nehme die Spannungen, Erregungen, aber auch die Freude der Klienten wahr. Nicht nur Kinder würden dadurch entspannter. Zudem wirke er beruhigend und auch anregend. Kinder hätten Hunde sehr gerne, deshalb würden heute auch Schulen diese Hunde-Therapie gerne benützen, sagt Susanne Bücheler. Sie ist Mitglied im Verein Therapiehunde Schweiz (VTHS).

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