Bestes Haus steht in Rebstein

Am Dienstag ist in der Palexpo Genf der 25. Schweizer Solarpreis verliehen worden. Einer der Preisträger ist René Städler. Er besitzt das «beste Haus in der Ostschweiz». Das Gebäude wurde gestern eingeweiht.

Kurt Latzer
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Am 16. und 17. Oktober kann das «beste Haus in der Ostschweiz» besichtigt werden. Sie waren gestern bei der Einweihung dabei v. l.: Margrit Kessler, Nationalrätin GLP; Felix Bischofberger, Kantonsrat CVP; Preisträger René Städler; Paul Rechsteiner, Ständerat SP St. Gallen; Meinrad Gschwend, Kantonsrat Grüne; Gallus Cadonau, Vizepräsident Solar Agentur Schweiz, und Silvia Gemperle, Energieagentur St. Gallen GmbH. (Bild: Kurt Latzer)

Am 16. und 17. Oktober kann das «beste Haus in der Ostschweiz» besichtigt werden. Sie waren gestern bei der Einweihung dabei v. l.: Margrit Kessler, Nationalrätin GLP; Felix Bischofberger, Kantonsrat CVP; Preisträger René Städler; Paul Rechsteiner, Ständerat SP St. Gallen; Meinrad Gschwend, Kantonsrat Grüne; Gallus Cadonau, Vizepräsident Solar Agentur Schweiz, und Silvia Gemperle, Energieagentur St. Gallen GmbH. (Bild: Kurt Latzer)

REBSTEIN. Der Schreinermeister René Städler hat an der Schachenstrasse zusammen mit dem Altstätter Architekten Martin Berner ein ganz besonderes Holzhaus gebaut. Laut Solar-Agentur Schweiz das beste Haus in der Ostschweiz. Es produziert mehr Energie, als im Zwölf-Familien-Haus verbraucht wird. Dafür hat Städler den Schweizer Solarpreis bekommen. «Mit dem mehr produzierten Strom könnten alle zwölf Mieter im Haus ein ganzes Jahr lang mit einem Elektroauto fahren», sagte Gallus Cadonau, Vizepräsident der Solar Agentur Schweiz, gestern bei der Einweihung.

Eigenenergie-Versorgung 136%

Dank Wärmedämmung und energieeffizienten Haushaltsgeräten benötigt das Mehrfamilienhaus (MFH) insgesamt 59 200 kWh/a. Alle vier Fassaden sind mit integrierten Solarzellen ausgestattet, die jährlich 24 300 kWh produzieren. Auf dem Dach ist eine ganzflächige 44 Kilowatt starke Ost-West-PV-Flachdach-Anlage installiert. Sie erzeugt gut 39 100 kWh/a und gewährleistet tagsüber eine gleichmässige Stromerzeugung.

Zusammen mit dem Carport produzieren alle Photovoltaik-Anlagen 70 100 kWh/a. Die Solarkollektoren auf dem Dach liefern jährlich zusätzlich 10 800 Kilowattstunden Wärmeenergie. Damit beträgt die Eigenen-Energieversorgung des Mehrfamilienhauses 80 800 kWh/a oder 136 Prozent.

Grosse lokale Wertschöpfung

Wie René Städler bei der Einweihungsfeier sagte, sind einzig das Kellergeschoss und das Treppenhaus aus Beton. Alles andere, auch der Innenausbau ist aus Holz. Nicht nur Cadonau lobt das Mehrfamilienhaus in höchsten Tönen, sondern auch Silvia Gemperle von der Energieagentur St. Gallen GmbH. Das Haus sei nicht nur ein Paradebeispiel dafür, wie Energiewende aussieht, sondern auch ein Zeichen für das innovative Gewerbe in der Region. An der schlichten Feier ebenfalls dabei waren der St. Galler Ständerat Paul Rechsteiner, die Kantonsräte Felix Bischofberger, Margrit Kessler und Meinrad Gschwend. Letzterer sagt, die Rheintaler Gemeinden stünden mit eigenen Photovoltaik-Anlagen erst am Anfang. Umso wichtiger seien privat initiierte Anlagen wie beim Projekt von René Städler. Margrit Kessler möchte «Plus-Energie-Bauten» (PEB) mit zusätzlichen Anreizen gefördert haben. Paul Rechsteiner ist überzeugt, dass mit jedem PEB die Energiewende konkreter wird, und Felix Bischofberger bezeichnet das Haus an der Schachenstrasse als architektonisches, ökologisches, soziales und wirtschaftliches Konzept mit vielen Facetten und Möglichkeiten.

Nicht teurer

Trotz der besonderen Bauweise und dem Einbau modernster Technik kostet das Mehrfamilienhaus laut René Städler nicht mehr als ein vergleichbares. Die Mieten hingegen seien eher günstiger, als in der Region üblich. Alle Wohnungen sind bereits vermietet.

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