Bernecker filmt für Zürich

Eloy Martinez hat gemeinsam mit zwei Filmemachern für die Manifesta in Zürich einen Kurzfilm über den französischen Schriftsteller Michel Houellebecq gedreht. Der Streifen wird im Pavillon of Reflections auf dem Zürichsee gezeigt.

Susi Miara
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BERNECK/ZÜRICH. Seit dem 11. Juni ist Zürich während 100 Tagen Gastgeberin der elften Ausgabe der Manifesta mit dem Motto «What people do for money». Die Manifesta ist eine europäische Kunstbiennale, die alle zwei Jahre in einer anderen Stadt zu Gast ist. Die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst wurde in den frühen Neunzigerjahren als Antwort auf die neuen sozialen, kulturellen und politischen Entwicklungen in der Ära nach dem Kalten Krieg ins Leben gerufen.

Entstehung der Kunst

Hinter dem Konzept der elften Manifesta in Zürich steht der Video- und Konzeptkünstler Christian Jankowski. 30 internationale Künstlerinnen und Künstler haben für die Ausstellung neue Werke erschaffen. Dabei hat jedes der 30 künstlerischen Projekte drei Präsentationsformen. Eine am speziellen Ort, wo sie entstehen, eine in einer klassischen Kunstinstitution und eine in Form eines Films, der den Entstehungsprozess der Kunstproduktion begleitet.

Gezeigt werden die Filme, die in Zusammenarbeit mit Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) entstanden sind, auf dem neu geschaffenen Pavillon of Reflection. Die schwimmende Plattform mit einer riesigen Leinwand, Zuschauertribüne, Bad und Bar wurde speziell für die Manifesta konzipiert und von der ETH Zürich entworfen und realisiert.

Eloy Martinez im Einsatz

Einer der ZHdK-Studierenden, der bei diesem Projekt mitgemacht hat, ist der Bernecker Eloy Martinez. Gemeinsam mit zwei anderen Filmemachern hat das Dreierteam den französischen Schriftsteller Michel Houellebecqs und den kanadischen Künstler John Rafman porträtiert. «Die Kurzfilme dokumentieren die Entstehung der Kunstwerke vom ersten Treffen zwischen den Gastgebern und den Kunstschaffenden bis hin zum fertigen Kunstwerk», erklärt Eloy Martinez. Die Gastgeber sind Personen aus der Gastgeberstadt, die im Berufsfeld arbeiten, mit dem sich der Künstler auseinandersetzen möchte.

Beeindruckt hat Martinez vor allem die Arbeit mit Michel Houellebecqs. Sein Gastgeber sei ein Arzt an der Hirslanden Klinik gewesen. Für sein Projekt liess Houellebecqs eine medizinische Untersuchung in der Klinik durchführen und stellte die Bilder der Computertomographie, der MRI- und MRT-Untersuchung sowie andere Unterlagen aus. Mit der Kamera war Eloy Martinez nicht unterwegs. Vielmehr stand er bei der Fertigstellung des Filmmaterials im Einsatz. «Das Projekt war auch für uns eine grosse Herausforderung», sagt er. «Wir standen unter Zeitdruck, da wir das nötige Filmmaterial in den wenigen Tagen, in denen sich die Künstler in der Schweiz aufhielten, im Kasten haben mussten.»

Zu den Satelliten-Ausstellungen, die sich über die ganze Stadt verteilen, werden bis 19. September auch die künstlerischen Dokumentarfilme im Pavillon of Reflections gezeigt.

Infos unter www.manifesta11.org