BERNECK: Tango, Jazz und Hummelflüge

Die Musikschule Unterrheintal hatte zum jährlichen Lehrerkonzert geladen. In der evangelischen Kirche wurde ein Programm präsentiert, das von Bach über Eigenkompositionen bis zu den Beatles reichte.

Gerhard Huber
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Das Publikum bedankte sich bei den Mitwirkenden des Konzertabends. (Bild: Ulrike Huber)

Das Publikum bedankte sich bei den Mitwirkenden des Konzertabends. (Bild: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

Originelle, variantenreiche und einfach schöne Musik. So liesse sich dieser Konzertabend des Lehrkörpers der Musikschule Unterrheintal in aller Kürze beschreiben.

Die von Schulleiter Roland Stillhard präsentierte musikalische Reise führte durch viele Epochen und Musikstile und fand ihren krönenden Abschluss in einer Jazz-Improvisation mit Erich Tiefenthaler an der Querflöte und dem in Musikkreisen bestens bekannten Carlo Lorenzi an den Drums.

«Musik wird störend oft empfunden, derweil sie mit Geräusch verbunden», wusste schon der Aphoristiker Wilhelm Busch. Doch keinesfalls trifft dies zu, wenn Carlo Lorenzi sich durch die Möglichkeiten wühlt, die ihm sein Schlagzeug bietet, wenn er sich regelrecht in seine «Schiessbude» versenkt.

Das ist nie störend, obwohl oft mit lauten Geräuschen verbunden. Vielmehr waren es geniale Momente, als Lorenzi und Tiefenthaler die Rhythmen hin- und herspielten. Als Querflöte und Drums fragten und sich gegenseitig antworteten.

Erich Tiefenthaler war bereits früher im Konzert sozusagen im Familienverbund hervorgetreten. Gemeinsam mit Walter Tiefenthaler, Violine, Herlinde Tiefenthaler, Viola, und Corina Tiefenthaler, Violoncello, trug er ein bezauberndes Miniature-Quartett für Querflöte und Streichtrio des englischen zeitgenössischen Komponisten Allen Stephenson vor.

Lustvoll-experimentelle meditative Musik

Aussergewöhnlich die Darbietung von Felix Bohle an Klavier und Keyboard. Mit der Eigenkomposition «Lust auf Urlaub im a) und b)» nahm er die Zuhörer mit auf einen Trip in ein Reich der Fantasie.

Lustvoll-experimentelle meditative Musik mit entspannten und entspannenden Melodien­bögen aus dem Keyboard, die dann von einem virtuos bedienten Piano begleitet wurden. Verwobene Musikstrukturen, denen es gelang, Glücksgefühle zu erzeugen und dem Klangadressaten den Glauben an eine bessere (Musik-)Welt zu geben.

Alles in allem erinnerte dieses Stück äusserst positiv an die frühen Werke des Schweizer Esoterik-Jazzers Andreas Vollenweider.

Grossen Applaus erntete Peter Engl mit seiner Klarinette, der sich von seinen Klarinetten-Schülern begleiten liess und die bekannte Zigeunermelodie «Csárdás» von Vittorio Monti zum Besten gab, gefolgt von Rimsky-Korsakovs «Hummelflug».

Insgesamt gelang dem ausgezeichnet aufspielenden Lehrerkorps der Musikschule Unterrheintal wieder ein schöner und hörenswerter Konzertabend, der bereits jetzt wieder Lust auf das nächstjährige Konzert machte.