Berneck
Nach Felssturz: Der Grüeziweg bleibt vorerst geschlossen

Nach dem Felssturz in Berneck ist auf dem Grüeziweg demnächst ein Geologe im Einsatz.

Seraina Hess
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Das Ausmass des Felssturzes.

Das Ausmass des Felssturzes.

Bild: Seraina Hess

Das Wetter lockte in Au und Berneck gestern viele Spaziergänger und Jogger aus dem Homeoffice in die Natur – und ebenso viele blieben enttäuscht vor der Absperrung stehen, die ihnen derzeit den Zutritt zum Grüeziweg verweigert. Grund dafür sind Felsbrocken, die keine hundert Meter entfernt, rechts oberhalb der Buschenschenke, am Freitagnachmittag auf den Weg gestürzt sind (Ausgabe vom Montag) – und zum Glück niemanden verletzt haben.

Mehrere Anrufer informierten die Gemeinde kurz nach dem Felssturz über das Ereignis und veranlassten sie dazu, den Weg sofort und bis auf Weiteres zu sperren: «Wie lange der Weg geschlossen bleibt, wissen wir im Moment noch nicht – das machen wir vom Urteil des Geologen abhängig», sagt der Bernecker Gemeindepräsident Bruno Seelos auf Anfrage.

In den kommenden Tagen wird der beauftragte Spezialist das Geröll und das Gestein oberhalb des betroffenen Wegabschnitts untersuchen. Obschon es gemäss Seelos alle fünf bis zehn Jahre zu grösseren Steinschlägen komme, seien bisher nur im unteren Felsband direkt am Grüeziweg Massnahmen mittels verankerten Betonstützkonstruktionen ergriffen worden. Über das weitere Vorgehen kann die Gemeinde nicht frei entscheiden, weil der Grüeziweg nicht ihr, sondern der privaten Unterhaltskorporation Pfauenhalde-Eichholz gehört; der betroffene Fels oberhalb wiederum gehört zum Rebberg eines Privateigentümers.

Von der Gefahr nicht beirren lassen sich derweil die Frauen und Männer, die am Montagnachmittag in den Reben arbeiteten – so auch der Besitzer des Rebbergs. «Es kommt jeden Frühling vor, dass sich irgendwo ein Felsbrocken löst, wenn auch nicht in diesem Ausmass», sagt er. «In diesem Jahr dürfte das Ereignis auf das viele Schmelzwasser zurückzuführen sein. In der Nacht auf Samstag sind noch einmal ein paar Brocken auf den Weg gestürzt.»