BERNECK: Manege frei für Daniel Düsentrieb

Zwischen dem 10. und 13. Oktober wird im Makerspace getüftelt. Beim dritten Tüftelcamp, aktuell zum Thema Zirkus, können Kinder und Jugendliche während drei Tagen erfinden, konstruieren und gestalten.

Benjamin Schmid
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Irina Liebherr (links) und Livia Urscheler zeigen ihre Zirkusfiguren. (Bilder: Benjamin Schmid)

Irina Liebherr (links) und Livia Urscheler zeigen ihre Zirkusfiguren. (Bilder: Benjamin Schmid)

Benjamin Schmid

Beim Tüftelcamp entwerfen ein Dutzend Jugendliche ihre eigenen Zirkusfiguren. Vom Reissbrett bis zur Uraufführung sind die 9- bis 14-Jährigen selbst verantwortlich. «Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt», meint Steven Marx, Jugendarbeiter Soziale Dienste Mittelrheintal. Den Tüftlerinnen und Tüftlern stehen verschiedene Materialien wie Holz, Styropor und Korken zur Verfügung. Es werden aber auch LEDs, Magnete und Lötzinne verwendet. «Uns ist es wichtig, dass die Jugendlichen sowohl digital arbeiten, also programmieren, als auch analog mit den Händen etwas fertigen. Sie sollen ausprobieren und tüfteln. Nur wer Fehler macht, kann daraus lernen», sagt Marx.

Studenten der Zürcher Hochschule der Künste haben eigens für die Projektwoche ein Programm entwickelt. Dieses zielt darauf ab, die Freude am Ausprobieren zu steigern und gleichzeitig die Neugierde am Entdecken zu fördern. Waren die beiden vorangegangenen Camps nicht thematisch gegliedert, dreht sich in diesem Jahr alles um den Zirkus. «Die Jugendlichen sind völlig frei in der Wahl der Motive sowie deren Umsetzung», sagt Marx und ergänzt: «Die Leiter sind im Hintergrund und helfen, wenn es nötig wird.»

Zum Abschluss gibt es eine Zirkusvorstellung

Dienen die ersten beiden Kurstage vorwiegend der Ideenfindung und Realisierung der einzelnen Elemente, folgt am Donnerstag eine Exkursion zur Leica Geosystems AG in Heerbrugg. «Nachdem die Kinder selber ihre Ideen umgesetzt hatten und als Erfinder tätig waren, dürfen sie am Donnerstag erwachsenen Tüftlern über die Schultern schauen.» Damit wird ein Bogen zur Realität gespannt, der den Jugendlichen Einblicke in Berufsfelder ermöglicht. «Eine Erfahrung fürs Leben», meint der Jugendarbeiter. «Dadurch sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eins zu eins, wie Erfinder im Alltag arbeiten.» Nebst spannenden Eindrücken freuen sich die Kinder vor allem auf das Experimentieren mit dem Laser.

Bevor es am Freitag zur Zirkuspremiere kommt, müssen die jugendlichen Tüftler zuerst ein Drehbuch ausarbeiten und die Vorführung sowohl planen als auch einstudieren. Schliesslich wollen sie ihre Freunde, Eltern und Bekannten mit einer originellen und spannenden Zirkusshow überraschen.

Obschon die Mehrheit der Teilnehmenden keine expliziten Vorkenntnisse hat, sei es kein ­Problem, die Ideen umzusetzen. Das Programm sei so entworfen worden, dass verschiedene Leistungsniveaus parallel miteinander arbeiten können. «Keiner muss sich langweilen oder wird überfordert», erklärt Marx. Tatsächlich scheinen die Jugendlichen hoch konzentriert, aber voller Freude bei der Arbeit zu sein. «Es ist cool, die eigenen Ideen umzusetzen und ganz vieles auszuprobieren», sagt Nils Eisenring und alle pflichten ihm bei.