BERNECK: Lehrstellenangebot ausbauen

Am Dienstag war der Gemeinderat im Business-House-Werk an der Auerstrasse zu Gast. Dort erhielten die Räte Informationen zu Arbeitslosen- und Ausgesteuertenprogrammen sowie zum Lehrstellenangebot.

Kurt Latzer
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Die Gemeinderäte waren von dem Dienstleistungsangebot und der Arbeit von Business House überrascht. Eine Fülle an Informationen über das Werk Rheintal in Berneck gab es auf einem Rundgang. (Bild: Kurt Latzer)

Die Gemeinderäte waren von dem Dienstleistungsangebot und der Arbeit von Business House überrascht. Eine Fülle an Informationen über das Werk Rheintal in Berneck gab es auf einem Rundgang. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Sie gibt Leuten mit Handicap die Chance, sich im Arbeitsmarkt zu integrieren oder dort wieder Fuss zu fassen. Wie die Bernecker Gemeinderäte am Mittwochnachmittag erfuhren, unterstützt die Stiftung Business House mit ihren Programmen nicht nur Arbeitslose und ausgesteuerte Menschen.

Jugendliche oder junge Erwachsene, die auf dem «normalen» Lehrstellenmarkt niemand haben will, können bei Business House eine Berufsausbildung abschliessen. «Es sind schon besondere Leute: Zum Teil solche, die bereits mehrmals eine Lehre abgebrochen haben und im Alter von 26 oder 27 Jahren noch einmal einen Anlauf nehmen wollen», sagte Marcus Flepp.

Erstmals ein Bürolehrling in Ausbildung

Stiftungsrat und Geschäftsleitung seien zurzeit am Überlegen, das Lehrstellenangebot auf mehrere Bereiche auszubauen. Momentan werden drei Metallbaupraktiker EBA und zwei Mechapraktiker EBA ausgebildet. «Neu dazu gekommen ist dieses Jahr die EBA-Ausbildung im Büro­bereich. Eine Person aus Widnau ist erfolgreich gestartet und liegt derzeit bei einem Notendurchschnitt von über fünf», sagte Marcel Frei, CEO der Stiftung Business House. Und ginge es ­allein nach ihm, würde er 2018 in diesem Bereich mehr EBA-Lehrstellen schaffen. Auch Flüchtlinge bekommen bei Business House die Chance, einen Beruf zu erlernen.

Nach einer geballten Ladung an Informationen begaben sich die Bernecker Gemeinderäte und die Gastgeber im Werk Berneck auf einen Rundgang. Hier werden 40 Plätze für Ausgesteuerte angeboten.

Für Warenannahme gibt es mehr Geld

In Berneck werden Arbeiten in den Bereichen Recycling von Elektrogeräten, Aussenarbeiten wie beispielsweise Neophyten-Bekämpfung, Naturpflege in den Gemeinden, Garten- und Umgebungsarbeiten, Wohnungs- und Hausräumungen inklusive gesamter Entsorgung angeboten. Auch Montagearbeiten und eine Fahrradwerkstatt gehören zum Aufgabengebiet.

Den Teilnehmenden werden Deutschkurse, ein Kreativatelier, Jobcoaching und Stellenvermittlung geboten. Neben der Annahme von Elektrogeräten gibt es beim Werk an der Auerstrasse eine Annahmestelle für Textilien, Karton, Glas und Altpapier.

Den grössten Teil der Geräte, die demontiert werden, liefern Firmen an. Nur für Material, das die Bevölkerung direkt zu Business House in Berneck bringt, gibt es ein paar Franken.

Nach dem Rundgang würdigte Bruno Seelos, Gemeindepräsident von Berneck, das Engagement der Stiftung. «Man fährt oft achtlos am Werk vorbei, ohne sich Gedanken über die wertvolle Arbeit zu machen, die hier geleistet wird», sagte Seelos, «Leute, die teils aus widrigen Umständen keine Arbeit finden, wird hier eine Chance geboten.» Business House sei eine wichtige Unterstützung für die Gemeinden. Im St. Galler Rheintal zahlen alle Gemeinden bei der Stiftung den Mitgliedsbeitrag. Die Ausgesteuerten, die bei Business House unterkommen, werden von den Gemeinden zugeteilt. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden von Wil bis Rüthi führt Business House vier Ausgesteuerten-Projekte mit rund 160 Arbeitsplätzen.