BERNECK: Konkret und wahr kommunizieren

Jedes Unternehmen tut gut daran, über sich zu informieren. Wie es dies in Zeitung und sozialen Netzwerken sinnvoll angeht, sowie Fehler vermeidet, erfuhren AGV-Mitglieder bei der Rheintal Medien AG.

Monika von der Linden
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Die AGV-Mitglieder informierten sich bei der Rheintal Medien AG über Formen der Kommunikation. (Bild: Monika von der Linden)

Die AGV-Mitglieder informierten sich bei der Rheintal Medien AG über Formen der Kommunikation. (Bild: Monika von der Linden)

Monika von der Linden

Informationen beschaffen, bearbeiten und verbreiten. Das ist das Tagesgeschäft der Rheintal Medien AG. Es habe sich nicht geändert, seit der Heerbrugger Karl Völker im Jahr 1846 als Redaktor für das bis heute mehrfach gewandelte Unternehmen tätig war, sagte Verlagsleiter Heinz Duppenthaler. Die Herausgeberin von «Rheintaler» und «Volkszeitung» und der Online-Plattform rheintaler.ch hatte am Mittwochnachmittag 80 Mitglieder des Arbeitgeberverbands Rheintal zu Gast.

Sehr wohl geändert hat sich, dass es heute eine Vielzahl an Kommunikationsformen gibt. Ein Unternehmen kann aus ihnen wählen, sie miteinander kombinieren und so seine Produkte und Dienstleistungen bekannt machen.

Chefredaktor Gert Bruderer ermunterte die AGV-Mitglieder, sich in Medienmitteilungen konkret und nicht floskelhaft zu äussern. Als Beispiel nannte er den Begriff «exklusive Holzfiguren». Dem Leser sage die konkrete Beschreibung «handgeschnitzte Figuren aus Eichenholz» mehr. Dass sie exklusiv seien, müsse nicht extra erwähnt werden. Wie jedes Medienhaus unterscheidet auch die Rheintal Medien AG zwischen Nachrichten, die im Interesse der breiten Öffentlichkeit publiziert gehören und kostenpflichtigen Informationen. Printwerbung sei eine der besten Möglichkeiten, lokal zu werben, sagte Gregor Frei (Teamleiter Verkauf), weil man mit einem Inserat grosse Aufmerksamkeit im gesamten Auflagegebiet errege. Kombiniert man Printwerbung mit Onlinewerbung, vergrössert sich der Effekt.

Messengers und Bots gehören die Zukunft

Soziale Netzwerke als Privatperson zu nutzen sei toll, sagte Marc Gasser (CEO Origammi Switzerland AG, Zürich). «Aber als Unternehmen dort präsent zu sein, ist unumgänglich geworden.» Wie man via Facebook gezielt wirbt, verdeutlichte Gasser am Beispiel der Teilnehmerliste des gestrigen Abends. «Laden Sie die Liste auf Facebook hoch und fordern Sie die Teilnehmer auf, den Event zu bewerten.» So wirbt man automatisiert anhand der eigenen Kontaktliste. Man muss allerdings die Einwilligung seines Kontaktes einholen, was bereits über das Anmeldeformular des Anlasses geschehen kann.

Eine effiziente Kommunikationsform und die der Zukunft sieht Marc Gasser in Messengers und Bots. «Wir erwarten eine immer schnellere Antwort bei Problemen, als wir sie per Mail bekommen können.» Ein Bot (Roboter) kann sie automatisiert innert Sekunden über einen Messenger geben.

Die richtige Art der Kommunikation zu beherrschen, ist nicht nur wichtig, wenn ein Unternehmen sein Produkt oder seine Dienstleistung bewerben will. Wie man in hektischen Zeiten oder Krisen agieren sollte, vermittelte Urs Weishaupt (Geschäftsführer Konkret Strategie & Beratung GmbH, St. Gallen. Der Auslöser einer Krise sei meist nur ein geringfügiges Ereignis, sagte Weishaupt. Die Ursache ist oft eine latente Geschichte, die plötzlich an die Öffentlichkeit gelangte. Der Fall Hefenhofen zeigt dies beispielhaft. Das Thurgauer Veterinäramt habe ihn sieben Jahre lang nicht lösen können, sagte er. Als eine Frau ein Bild von den gequälten Pferden einer Zeitung schickte, wurde die Öffentlichkeit aufmerksam.

Urs Weishaupt nannte Grundsätze, die einem betroffenen Unternehmen helfen, wieder aus einer Krise herauszufinden. Wenn das öffentliche Interesse steigt, sinkt die Reputation. Deshalb sollte man aufpassen, nicht getrieben zu werden, sondern die Kommunikationshoheit zu halten. Er rate, in den ersten 48 Stunden bereits klare Aussagen zu machen, Fehler zuzugeben, immer die Wahrheit zu sagen und Versprechen einzuhalten.

Weitere Bilder auf rheintaler.ch unter Bilderstrecken.