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BERNECK: Honorar: 5.50 Franken pro Quartal

Alfred Hagger lebt heute am Zürichsee. Als 17-jähriger Bursche in Hinterforst war er journalistisch für den «Rheintaler» tätig. Wegen einer gefundenen Honorarquittung stöbert er im Zeitungsarchiv.
Monika von der Linden
Beatrice und Alfred Hagger suchen im Archiv des «Rheintalers» nach Artikeln, die er als 17-Jähriger geschrieben hatte. (Bilder: Monika von der Linden)

Beatrice und Alfred Hagger suchen im Archiv des «Rheintalers» nach Artikeln, die er als 17-Jähriger geschrieben hatte. (Bilder: Monika von der Linden)

Monika von der Linden

Seit zwei Stunden sitzen Beatrice und Alfred Hagger im Foyer der Rheintal Medien AG. Alle beiden haben je einen zum Buch gebunden Jahrgang des «Rheintalers» vor sich. Neben ihnen steht ein Transportwagen mit dreizehn weiteren Büchern der Jahrgänge 1953 und 1954. Aufmerksam blättert das Ehepaar in den vergilbten und nach altem Papier riechenden Büchern. Beide schauen sich Seite um Seite an und suchen Artikel, die Alfred Hagger einst im Auftrag der Rheintaler Verlags-GmbH in Heerbrugg geschrieben hat.

Zuhause auf alte Quittung des Honorars gestossen

Kürzlich sichtete Alfred Hagger Unterlagen seiner Familie, weil er einen Nachruf auf seinen Bruder schreiben wollte. Dabei stiess er unerwartet auf eine Honorarquittung, die er als stolzer 17-jähriger Bursche sorgfältig abgelegt hatte. Damals lebte der heute 78-jährige Mann in Hinterforst und war gelegentlich journalistisch für den «Rheintaler» tätig. Auf der Quittung ist vermerkt, dass der Jugendliche ein Honorar von 5,50 Franken bezogen hat, weil er innert eines Quartals mehrere Berichte verfasst hatte. Das verdiente Geld habe er in einer Leihbücherei in Altstätten ausgegeben, sagt Alfred Hagger. 50 Rappen kostete es damals einen Roman auszuleihen. «Meine Eltern hatten kein Verständnis dafür, dass ich so viel Geld für einen Karl-May-Roman ausgab», sagt er.

Der Fund der Quittung rief in Alfred Hagger den Wunsch hervor, im Zeitungsarchiv zu stöbern. Dabei findet er einen Artikel über die Fertigstellung des Friedhofes in Hinterforst, den er vermutlich geschrieben hat. «Der von Josef Bucher, Bächis, nordwestlich der Bruder-Klausen-­Kirche plangerecht angelegte Gottesacker ist vollendet», liest Alfred Hagger eine Passage vor. Aber er zweifelt ein wenig, ob er damals diese gestochene Schriftsprache benutzt hatte.

«Es war eine Sensation, als im verarmten Weiler Hinterforst ein neues Schulhaus gebaut wurde.» Damals war der Kunstmaler Bruno Kirchgraber damit beauftragt, ein Fresko auf die Aussenmauer zu malen. «Ich durfte ihn interviewen und löcherte ihn mit meinen Fragen so lange, bis er sagte, dass er keine Zeit mehr habe und weiter schaffen müsse», sagt Alfred Hagger. «Ich schrieb darüber einen langen, kunsthistorisch gearteten Bericht über die Symbolik im Fresko. Darauf war ich sehr stolz.»

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