Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

BERNECK: Hier ging es um die Wurst

Dreizehn Juroren, alle ausser der Journalistin vom Fach, beurteilten die Qualität von Bratwürsten aus acht Betrieben. Sie stellten hohe Ansprüche und vergaben nur selten die Höchstnote 4.
Maya Seiler
Bernecker Profis gehörten zur Jury: Winzer Peter Indermaur und die Fleischfachleute Werner Küttel sowie Christian Jansen und Kunibert Hosp (von rechts) von der Gustav Spiess AG beurteilten die Würste nach verschiedenen Kriterien, während Urs Bolliger (l.), Geschäftsführer der Sortenorganisation St. Galler Bratwurst IGP, den Ablauf überwachte. (Bild: Maya Seiler)

Bernecker Profis gehörten zur Jury: Winzer Peter Indermaur und die Fleischfachleute Werner Küttel sowie Christian Jansen und Kunibert Hosp (von rechts) von der Gustav Spiess AG beurteilten die Würste nach verschiedenen Kriterien, während Urs Bolliger (l.), Geschäftsführer der Sortenorganisation St. Galler Bratwurst IGP, den Ablauf überwachte. (Bild: Maya Seiler)

Maya Seiler

Sie ist ein hohes Gut, die St. Galler Bratwurst, und eines von 34 Produkten, das die geschützte Ursprungsbezeichnung IGP (Indication Géographique Protégée) führen darf. Um den hohen Qualitätsstandard zu halten, organisiert die gleichnamige Sortenorganisation regelmässig Teste.

Anonym werden in zuvor ­ausgewählten Metzgereien und Grossbetrieben Würste eingekauft und von Fleischfachleuten in einem ausgeklügelten Degustationsverfahren auf Herz und Nieren geprüft. Diese Innereien haben allerdings in einer St. Galler Bratwurst nichts verloren, in die echte kommt nur Schweine- und Kalbfleisch, Speck und Milch. Gewürzt wird sie mit Salz, Pfeffer und Mazis. Je nach Rezept des Metzgermeisters können auch Kardamom, Koriander, Ingwer, Muskat, Zwiebeln, Lauch, Sellerie und Zitrone beigefügt werden. – Andere Produkte mit IGP-Status sind Emmentaler, Rheintaler Ribelmais oder Zuger Kirsch.

Zuerst roh begutachtet, dann gegrillt probiert

Erstmals wurde die Bratwurst-Degustation im Bernecker Weingut Maienhalde durchgeführt. Obwohl die getesteten Würste nur Nummern trugen, verriet Geschäftsführer Urs Bolliger, dass auch Rheintaler Brodwörscht von Spiess und Küttel darunter seien. Die andern fünf Würste kommen aus Wil, dem Toggenburg und dem Appenzellerland, als achtes Produkt gab es die vegetarische Wurst von Tibits zu probieren.

Die Würste wurden zuerst roh – im Ganzen und aufgeschnitten – begutachtet. In der zweiten Runde kamen sie gegrillt auf den Teller. Nach einer umfangreichen Checkliste prüften die Tester Äusseres und Inneres der Würste auf Oberfläche, Farbe und Struktur, bevor Nase und Zunge zum Zuge kamen.

Für jedes Kriterium vergaben sie Punkte von vier (sehr gut) bis eins (ungenügend): Riecht die Wurst aromatisch und harmonisch (Note 4) oder fremdartig, gar säuerlich (Note 1)? Ist der Biss kompakt, weder trocken noch feucht oder sehr weich, griessig, gummiartig? Da waren selbst die Fachleute nicht immer einer Meinung; die Laientesterin konnte sich nur auf ihr Gefühl verlassen. Aber auch bei ihr kam die höchstbewertete Wurst, die Probe 7, an die Spitze, während alle die Probe 5 als fast ungenügend bewerteten.

Das Testergebnis bleibt geheim

Die vegetarische Bratwurst von Tibits war schwierig zu beurteilen, sagten doch einige der Metzger, es handle sich ja gar nicht um eine Wurst. Gegrillt wirkte sie nicht sehr überzeugend. Aber wie Tibits-Gründer Felix Frei erklärte, der die Vegiwürste persönlich vorbeibrachte und auch als Tester amtete, würden diese «Bratwürste» in Rädchen geschnitten und mit einer Sauce wie eine Currywurst serviert und seien bei den vegetarischen Gästen sehr beliebt. Obwohl man als Berneckerin heimlich annahm, die beiden Bratwürste mit der besten Bewertung stammten von den lokalen Metzgereien, blieb das Ergebnis geheim.

Die getesteten Betriebe werden nicht an den Pranger gestellt. Sie erhalten die Bewertung diskret zusammen mit allfälligen Verbesserungsvorschlägen. Wer allerdings in mehreren Punkten als ungenügend eingestuft wurde, muss damit rechnen, dass man seine Bratwürste bald wieder testen wird. Bleibt das Ergebnis negativ, droht sogar der Entzug des IGP-Labels.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.