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BERNECK: Gebäude der Papieri abgebrochen

Verschiedene Gebäude am Standort der alten Papierfabrik wurden kürzlich abgebrochen. An die Papieri Berneck erinnert ein Bericht der Museumskommission aus dem Jahr 2015.
Papieri, Berneck – nach dem Abbruch. (Bild: pd)

Papieri, Berneck – nach dem Abbruch. (Bild: pd)

Die Museumskommission Berneck erinnerte beim Mülibachgang vom Herbst 2015 daran, dass die «Papieri» bei einem Unwetter im Jahre 1916 von einem Erdrutsch bedroht war.

Wohnhaus musse Holzrückhalt weichen

In den nächsten Monaten entsteht nun dort ein Holzrückhalt zur Verbesserung der Hochwassersicherheit. Deshalb wurden die verschiedenen Gebäude in der Papieri in den letzten Wochen abgebrochen. Grund genug, den damaligen Bericht der Museumskommission zu publizieren:

Vom Haderlumpen zum Papier

Am Ausgang des Littenbachtobels erhebt sich die «Papieri», in der aus Lumpen oder Hadern (das Althochdeutsche «hadara» bedeutet Schafspelz) leichter Karton hergestellt wurde.

In den Handänderungen ist 1864 ein Johann Dominik Federer als Papierfabrikant aufgeführt. Damals wurden die benötigten Zellstofffasern aus abgenutzten Textilien gewonnen. Für die Beschaffung des begehrten Rohstoffes liess der Papiermüller seine so genannten Lumpensammler ausschwärmen. Die zerrissenen Stoffe kamen dann einige Tage in die Faulgrube (die später durch die Chlorbleiche ersetzt wurde) und wurden anschliessend durch Stampfhämmer zermalmt. Danach siebte der Papiermüller mit Schöpfrahmen dünne Schichten aus dem wässerigen Brei. Dieser wurde gepresst, geleimt und schliesslich getrocknet.

Dieses Gewerbe scheint wirtschaftlich erfolgreich gewesen zu sein: 1832 schreibt der Bernecker Arzt Johann Jakob Schelling zur Papiermühle: «Diese zeichnet sich vorzüglich aus. Sie liefert ihre Produkte grösstenteils nach Graubünden». Die Erfindung des Holzschliffs (Endprodukte waren zum Beispiel Bierdeckel) und des Zellstoffs (beides auf der Grundlage Holz), die den knappen Rohstoff «Lumpen» ersetzten, läutete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neue Ära ein. Die technischen Neuerungen und die damit verbundenen Investitionen machten den kleinen Papiermühlen zu schaffen. Viele mussten letztlich schliessen, andere wandelten sich zu Kartonfabriken um.

Ab 1902 wird auch in der Papieri jedenfalls nur noch von einer Karton-Fabrik geschrieben.

Papieri fällt Brand zum Opfer

Gemäss der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen ist die «alte» Papieri am 1. Juni 1923 abgebrannt. Zuletzt befanden sich dort noch ein um 1950 erbautes Wohnhaus sowie dazugehörige Nebengebäude und verschiedene andere Anlagen. (gk)

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