BERNECK: Gardi Hutter am Kinderfäscht

Als «Tapfere Hanna» tritt Clownin Gardi Hutter am 5. Bernegger Kinderfäscht auf. Sie ist Garantin für einen lustigen und unterhaltsamen Nachmittag. Im Interview spricht sie über die tragikomische Figur.

Monika von der Linden
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Gardi Hutter kommt am 11. Dezember als die «Tapfere Hanna» ans 5. Bernegger Kinderfäscht. (Bild: Adriano Heitmann)

Gardi Hutter kommt am 11. Dezember als die «Tapfere Hanna» ans 5. Bernegger Kinderfäscht. (Bild: Adriano Heitmann)

Am dritten Advent lädt der Gemeinnützige- und Verkehrsverein Berneck zum 5. Bernegger Kinderfäscht ein. Star des Nachmittags ist Clownin Gardi Hutter.

Gardi Hutter, meist treten Sie vor Erwachsenen auf. Wie ist es für Sie, am Bernegger Kinderfäscht zu spielen?

Ich hoffe, die Eltern kommen mit. Was gibt es Schöneres, als mit der ganzen Familie zusammen zu lachen?

Verstehen Kinder die Botschaft, die Sie mit der «Tapferen Hanna» transportieren möchten?

Ich hatte letzthin in Deutschland eine Familie mit vier Generationen im Publikum, und alle unterhielten sich köstlich. Vielleicht nicht immer über das Gleiche.

Hanna scheitert und gibt doch nicht auf. Ist das lustig?

Das Scheitern der Clownin wird so übertrieben, dass es ins Komische kippt. Sie ist eine tragikomische Figur – und je grösser die Tragik, desto lauter ist das Lachen.

Haben lachende Zuschauer Schadenfreude oder fühlen sie mit?

Die Zuschauer lachen über die extreme Ungeschicklichkeit des Clowns, aber in Wahrheit lachen sie über ihre eigene. Jeder erfährt doch die eigene Nicht-Perfektion täglich.

Die «Tapfere Hanna» träumt wie viele Kinder davon, eine Heldin zu sein. Sind Sie ihnen ein Vorbild, nicht aufzugeben und an sich selbst zu glauben?

Die Clownin scheitert zwar, aber sie tut das grossartig. Sie hat keinerlei Komplexe, geniesst die Katastrophe. Und sie verliert weder das Selbstvertrauen noch die Würde.

Hat Gardi Hutter etwas mit der Waschfrau Hanna gemein?

Im Unterschied zu Hanna habe ich zu Hause eine Waschmaschine.

Was unterscheidet Sie von einem Zirkusclown?

Im Zirkus werden kurze, artistische Nummern gespielt – im Theater ist die Geschichte das tragende Element.

Erwarten die Kinder eher eine Clownin in Karohose?

Hanna meint, um Heldin zu werden, müsse sie Hosen tragen. Übrigens war das Tragen von Hosen der zweitwichtigste Anklagepunkt im Prozess gegen Jeanne d'Arc. Und auch ich habe in meiner Jugend noch erlebt, dass das Tragen von Hosen für Mädchen und Frauen absolut verboten war. Unglaublich, nicht?

«Jeanne d'ArPpo – die tapfere Hanna» Sie ist Wäscherin und hat ein schweres Leben. Hanna träumt von Heldentaten, ist zerzaust, versponnen. Widerspenstige Wäscheklammern, ein Waschbecken mit Abgründen und einen dreckigen Wäschehaufen bezwingt sie mit List. Hannas Lichtblick ist das Buch über die Heldentaten Jeanne d'Arcs. Ohne Zögern tauschte sie ihr einsames, mühsames Leben gegen Abenteuer und Ehre ein. Traum und Wirklichkeit vermischen sich. Der Waschzuber wird zum Kriegsschiff, der Wäschehaufen zum Kampfross. Mangels ausländischer Eroberer erklärt sie ihrem bittersten Feind den Krieg: dem Haufen dreckiger Wäsche, und dabei kann die Heldin nichts entmutigen. Aber kleine Leute treten nur schwer aus dem Schatten.