BERNECK: Frühlingshaftes Treffen genossen

Gestern Sonntag waren alle Einwohnerinnen und Einwohner mit Jahrgang 1947 und älter von Politischer und Ortsgemeinde zum Seniorenanlass eingeladen worden.

Maya Seiler
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Schöne Musik, angeregte Gespräche und Informationen aus der Gemeinde umrahmten das feine Menü aus der Altersheimküche. (Bild: Maya Seiler)

Schöne Musik, angeregte Gespräche und Informationen aus der Gemeinde umrahmten das feine Menü aus der Altersheimküche. (Bild: Maya Seiler)

Maya Seiler

Der Märztermin für den traditionellen Altersnachmittag scheint auf Zustimmung zu stossen: Fast 200 Einwohnerinnen und Einwohner haben sich angemeldet, gegenüber gut 170 Teilnehmern im Vorjahr. Auch hatte das schöne Wetter keine Abmeldungen zur Folge; man traf sich lieber mit alten Bekannten bei einem feinen Mittagessen in der Mehrzweckhalle, statt einen Frühlingsspaziergang zu machen. Bestens verpflegt aus der Küche des Altersheims und umsorgt von den «guten Geistern» der Riege der Rhythmischen Sportgymnastik, genossen die Seniorinnen und Senioren eine Maissuppe, einen gemischten Salat und zum Hauptgang ein Rindsragout Stroganoff.

Das achtköpfige Klarinetten-Ensemble ClariAir der Musikschule Unterrheintal spielte anspruchsvolle Stücke.

Es braucht auch die kleinen Worte

Immer richtet auch eine der Seelsorgepersonen ein paar Worte an die Senioren. Da heuer die Reihe an der katholischen Konfession war, ergriff Joseph Benz das Wort. Und von Worten, grossen, wichtigen, und kleinen, unbedeutenden, erzählte der Pfarrer den Anwesenden. Herz, Hirn und Zunge waren übereingekommen, keine kleinen Worte mehr zu gebrauchen. Kleine Worte sind kraftlos, weich; ein Herz muss aber hart sein. Das Hirn wollte nur noch in Formeln und gescheiten Sätzen sprechen; die Zunge speziali­sierte sich auf Fachausdrücke und Fremdwörter. Ob dieser geschraubten Reden wurde die Welt trostlos und kalt. Zum Glück gab es Menschen, die sich an die kleinen Worte erinnerten und diese wieder zu gebrauchen wagten. Ein Danke, ein Grüezi, ein Gesundheit sind im Umgang untereinander mehr wert als hochtrabende Worte. Benz schloss mit dem Wunsch, einander mit Worten Freude, Aufmunterung und Trost zu schenken.

Gemeindepräsident Bruno Seelos freute sich über das grosse Interesse am Altersnachmittag, der vom Jungsenior mit Jahrgang 1947 bis zu einer der ältesten Bewohnerinnen 30 Jahrgänge umfasste. Er gratulierte Pauline Grüninger, die im Dezember ihren hundertsten Geburtstag gefeiert hatte, und Willy Bärtschi, der im April 92 wird und erst Anfang Jahr seine eigene Wohnung mit dem Altersheim getauscht hat. Der Gemeindepräsident informierte über aktuelle Themen wie die Verlegung der Volg- Verkaufsräume ins Postgebäude, den Schlifisteg oder die Bauarbeiten an der Neugass, die hoffentlich bis zum Torggelfest abgeschlossen sind.