BERNECK: Ein Konzertabend aus einem Guss

Strahlende musikalische Perlen, ein architektonisch stilvoller Rahmen und zwei virtuose Interpreten, das waren die Zutaten zum perfekten Musikgenuss am Duo-Abend des Kulturforums.

Max Pflüger
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Herrliches Frühlingskonzert in der Bernecker Heiligkreuzkapelle: Peter Wöpke, Cello, und Denis Omerovic, Gitarre. (Bild: Max Pflüger)

Herrliches Frühlingskonzert in der Bernecker Heiligkreuzkapelle: Peter Wöpke, Cello, und Denis Omerovic, Gitarre. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

Am frühen Sonntagabend lud das Kulturforum Berneck zum Duo-Abend «Cello und Gitarre» in die Heiligkreuzkapelle ein. Ein gutes halbes Hundert folgte der Ein­ladung und genoss die herrlichen Vorträge vorwiegend romantischer Werke der Spanier Enrique Granados und Manuel de Falla sowie von Schubert und Tschaikowsky.

Die Heiligkreuzkapelle, ein stilvoller Rahmen

Die aus dem Jahr 1759 stammende Heiligkreuzkapelle ist der einzige historische Rundbau unter den Gotteshäusern des Rheintals. Der wertvolle und reich ­geschmückte Rokoko-Sakralbau wurde im Jahr 1983 vollständig restauriert und steht seit dieser Zeit unter eidgenössischem Denkmalschutz. Für hochstehende Konzerte in kleiner Besetzung ist die Kapelle ein optisch gediegener Rahmen.

Durch die runde und in sich geschlossene Architektur entsteht hier ein reicher Nachhall, der die Tonqualität der Instrumente voller und weicher erscheinen lässt. Etwas weniger positiv wirkten sich die akustischen Verhältnisse auf die Sprache aus. Die interessanten kurzen Einführungen in die Werke waren im mittleren und hinteren Teil der Kapelle kaum noch verständlich. Schade, denn der Cellist Peter Wöpke hatte seine Gedanken zu den Kompositionen mit viel Humor gewürzt. Das musikalische Erlebnis wurde durch den Nachhall jedoch nicht beeinträchtigt. Vielleicht im Gegenteil: die lieblichen und leicht daherkommenden Melodien erklangen in der Heiligkreuzkapelle reichhaltig, strahlend und voller Temperament. Hochstehend arrangierte und kunstvoll durchkomponierte traditionelle Melodien aus Spanien und dem Balkan, Lieder und Tänze, bildeten den roten Faden durch ein abwechslungsreiches und begeisterndes, frühlingshaftes Konzert.

Lang anhaltenden Applaus und hier eine besondere Erwähnung verdiente sich der «Danza Espagnola Nr. 1» aus der Oper «La vida breve» von Manuel de Falla, der zu einem der bekanntesten Werke des Komponisten gehört: temperamentvoll und ­rasant, lautmalerisch die flinken Füsse der Tänzerinnen und ­Tänzer nachzeichnend, kurz: einer der Höhepunkte des Duo-Abends. Ebenfalls grossen Applaus erspielten sich die beiden Musiker zum Schluss des Kon­zertes mit der Sonate «Arpeggione» in a-Moll, D 821 von Franz Schubert. Und mit der Zugabe der sehr bekannten Melodie «Der Schwan» aus Camille Saint-Saëns’ «Karneval der Tiere» bedankten sich die Musiker für den herzlichen Empfang in Berneck.

Zwei virtuose Meisterinterpreten

Den wohl bedeutendsten Anteil am Erfolg des Bernecker Duo-Abends hatten jedoch die beiden Interpreten. Vor allem der Cellist Peter Wöpke präsentierte sich als absoluter Spitzenkönner auf seinem Instrument. Sowohl schnelle Läufe als auch besinnliche ­Passagen meisterte er mit hoher rhythmischer und dynamischer Präzision. So gelang es ihm, die unterschiedlichen romantischen Gefühlsnoten unverfälscht hinüberzubringen. Und gelegentlich würzte er nicht nur seine einführenden Worte, sondern auch sein Spiel mit einer herrlich humoristischen Note, die sich immer wieder auch in seiner reichen Mimik widerspiegelte. Ebenfalls mitreissende Musik spielte der Gitarrist Denis Omerovic. Besonders in seinem Solospiel mit eigenen Bearbeitungen traditioneller Musik seiner Heimat im Balkan bewies er ein reichhaltiges Repertoire von Ausdrucksmöglichkeiten auf seinem Instrument.