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BERNECK: 600 Eier pro Saison ausbrüten

Der Ornithologische Verein Berneck-Au führt seit genau 25 Jahren eine eigene Brutstation für Hühner-, Enten- und Gänseeier. Betreut wird sie vom Brutmeister-Ehepaar Marlies und Köbi Grüninger.
Das Brutmeister-Ehepaar Marlies und Köbi Grüninger freuen sich mit Enkel Dario über einen guten Schlupf der Küken. (Bilder: René Schelling)

Das Brutmeister-Ehepaar Marlies und Köbi Grüninger freuen sich mit Enkel Dario über einen guten Schlupf der Küken. (Bilder: René Schelling)

Damit an der Jungtierschau des Ornithologischen Vereins Berneck -Au (OV), die am 20. und 21. Mai in der Held in Berneck stattfindet, Küken gezeigt werden können, müssen die Eier jetzt ausgebrütet werden. Einzelne Züchter setzen nach wie vor auf die Naturbrut. Doch nicht immer hat man gluckige Tiere und genug Platz dafür. Aus diesem Grund hat sich der OV vor 25 Jahren einen vereinseigenen Brutapparat zugelegt. Vor zwölf Jahren musste der Apparat aus Altersgründen ersetzt werden. Betreut wurde die Bernecker Brutstation zu Beginn von David Nüesch, später von Ferdi Eugster und schliesslich seit drei Jahren von Marlies und Köbi Grüninger.

Zehn Züchter bringen Eier zum Brutkasten

Das Wichtigste am Brutgeschäft sind die Eier. Jeder Züchter stellt frühzeitig seine Zuchtherden zusammen. Nicht jedes Ei ist zum Brüten geeignet. Alle Eier, die Abweichungen in Form, Grösse und Schalenbeschaffenheit aufweisen, werden ausgeschieden und landen in der Küche. Auch beschmutzte Eier können nicht für die Brut eingesetzt werden. Bruteier sollen nicht älter als zehn Tage sein. Sie werden vor der Einlage in den Brutapparat täglich gewendet. Natürlich darf auch kein Frost die Eier schädigen. Dass für die Befruchtung ein Hahn nötig ist, versteht sich von selbst.

Zehn Züchter aus Berneck und Umgebung nutzen die Möglichkeit, Eier gemeinschaftlich ausbrüten zu lassen. Die Anzahl der zu bebrütenden Eier muss im Voraus dem Brutmeister mitgeteilt werden, sodass er die Belegung des Brutapparats planen kann. Jede Woche erfolgt eine Einlage von Eiern in die Maschine. Je Saison werden rund 600 Eier ausgebrütet.

In 21 Tagen entwickelt sich aus dem Hühnerei ein kleines Küken. Enteneier müssen 26 bis 28 Tage, Gänseeier 28 bis 30 Tage bebrütet werden. Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Schlupf ist natürlich die Befruchtung. Nach sechs Tagen werden die Eier geschiert, das heisst, mit einer speziellen Lampe, vergleichbar mit einer Stabtaschenlampe, durchleuchtet. Bei befruchteten Eiern sieht man bereits den Embryo in einem Netz von Adern auf dem Dotter schwimmen. Nicht befruchtete Eier werden ausgeschieden, damit nicht unnötig Platz im Brutapparat belegt wird. Nach 17 Tagen erfolgt nochmals eine gleiche Kontrolle.

Eine konstante Temperatur von 37,8 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 55 bis 60 Prozent sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen für den Bruterfolg. Die Bedienung des Brutgeräts ist dabei heikel und schwierig und erfordert eine grosse Portion Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Geschick. Eine Abweichung der Bruttemperatur kann die Brutdauer verkürzen oder verzögern, was aber zu negativen Auswirkungen bei den Küken führen kann. Eine ausreichende Frischluftzufuhr ist äusserst wichtig, da der Sauerstoffaustausch über die Poren der Eischale erfolgt. Mit einer kurzen täglichen Abkühlung der Eier wird das Verlassen des Nests durch das Huhn simuliert. Die Brutmaschine dreht die Eier selbständig.

Jedes Mal ein Wunder

Vor dem Schlupf werden die Eier in die Schlupfschubladen umgelagert, die Luftfeuchtigkeit erhöht und die Temperatur leicht gesenkt. Bereits am 19. Tag beginnen die Küken mit dem Anritzen der Schale und verschaffen sich ein Luftloch. Jetzt erfolgt die Atmung bereits über die Lungen. Mit dem Eizahn – so wird das verhornte scharfe Ende auf dem kleinen Schnabel genannt – muss sich das kleine Lebewesen nach 21 Tagen aus der Schale befreien. Dies bedeutet für das Küken eine Riesenanstrengung. Nass und geschafft liegt es dann neben der Eischale. Innert kurzer Zeit steht es aber getrocknet und flauschig auf den eigenen Beinen.

Die Züchterinnen und Züchter holen dann die Küken bei der Brutstation ab. Zu Hause benötigen die Küken eine Wärmelampe oder die Betreuung durch eine gluckende Henne. Nach einigen Monaten entwickeln sich aus den Küken bereits wieder legende Hühner und stolze Hähne. (pd)

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