Belüftete Halle für die Biogas-Anlage

Das Unternehmen Rhy Biogas AG in Widnau will bis Ende Oktober im Norden der bestehenden Anlage eine 40 mal 60 Meter grosse, 15 Meter hohe, geschlossene Halle bauen. Danach sollen die Geruchsbelästigungen Geschichte sein. Gestern präsentierten die Betreiber ihr Projekt.

René Schneider
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«Emissionen Optimieren»: (v. l.) Markus Bänziger (Heimatschutz SG/AI); René Altherr (Bauverwalter, Widnau); Urs Hollenstein und Christophe Fluri (Anwohner, Widnau); Peter Nüesch (Landwirt Tratthof, Widnau); Patrick Spirig (Bauverwalter Diepoldsau), Karl Köppel (Präsident Ortsgemeinde Widnau), Andrea Moschen-Hanselmann (Ratsschreiberin Diepoldsau), Roland Wälter (Gemeindepräsident Diepoldsau), Stefan Britschgi, VR-Präsident Rhy Biogas AG. (Bild: René Schneider)

«Emissionen Optimieren»: (v. l.) Markus Bänziger (Heimatschutz SG/AI); René Altherr (Bauverwalter, Widnau); Urs Hollenstein und Christophe Fluri (Anwohner, Widnau); Peter Nüesch (Landwirt Tratthof, Widnau); Patrick Spirig (Bauverwalter Diepoldsau), Karl Köppel (Präsident Ortsgemeinde Widnau), Andrea Moschen-Hanselmann (Ratsschreiberin Diepoldsau), Roland Wälter (Gemeindepräsident Diepoldsau), Stefan Britschgi, VR-Präsident Rhy Biogas AG. (Bild: René Schneider)

Diepoldsau/Widnau. Es kommt sehr selten vor, dass im Rheintal ein Gemeindepräsident die Baueingabe zu einem privaten Projekt öffentlich präsentiert und (befürwortend) kommentiert. Zur Baueingabe einer Umschlaghalle bei der Rhy-Biogas-Anlage beim Tratthof Widnau (Gemeindegebiet Diepoldsau) hatte Gemeindepräsident Roland Wälter eingeladen, und er machte sich gestern stark für das Projekt «Optimierung Emissionen und Sanierung bestehender Materialumschlag durch den Bau einer geschlossenen Umschlaghalle bei der Rhy-Biogas-Anlage». So hatte er das Hallenbau-Vorhaben auf der Einladung umschrieben.

Mit Abluftreinigung

Geplant ist nördlich der bestehenden Anlage (Richtung Dorf Widnau) eine 40 mal 60 Meter grosse, geschlossene Halle, in der künftig (statt offen wie bisher) die Lastwagen das Grüngut kippen sollen, dieses gehäckselt, gelagert, aufbereitet und über ein (ebenfalls geschlossenes) Förderband zur Vergärung in der Anlage geführt wird. Mit einer starken Entlüftungsanlage werde im Innern der Halle (auch bei kurzzeitig geöffneten Toren) ein dauernder Unterdruck erzeugt, so dass kein Gestank mehr ins Freie gelangen könne. Die angesaugte Luft in der Halle wird nach ihrer Filtrierung, Waschung und Reinigung über Kamine im Dach ins Freie geführt, geruchsneutral, wie die Planer versprechen. Die grosse nach Süden geneigte Dachschräge soll überdies mit tausend Quadratmetern Solarzellen belegt werden, die ungefähr den Stromverbrauch der Anlage liefern sollen. Im Zuge des 1,2 Mio. Franken teuren Hallenbaus sollen auch die Anlieferung und die übrigen Betriebsabläufe optimiert werden. Es werde aber «kein Kilo mehr Material» verarbeitet als bisher, versprach VR-Präsident Stefan Britschgi.

Lösungsorientierter Konsens

Das Hallen-Projekt in der Landwirtschaftszone sei «zonenkonform» und stelle einen «lösungsorientierten Konsens» dar zwischen Betreibern, Gemeinde, Kanton und Anwohnern, wurde allseits betont. Ein erstes Projekt, die bestehende Halle zu schliessen und die Abluft zu reinigen, sei vom Kanton als «nicht bewilligungsfähig» zurückgewiesen worden.

«Zoff» seit Eröffnung

Vor allem Anwohner aus den 500 Meter entfernten Wohnquartieren Held und Maientratt hatten seit der Eröffnung «Stunk» gemacht gegen den «Kompost-Gestank». Gestern zeigten sich ihre Vertreter zufrieden bis begeistert und gaben sich überzeugt, nach dem Hallenbau werde es in den nahen Wohnquartieren «wieder sein wie früher». Auch der anwesende Vertreter des Heimatschutzes äusserte keine Bedenken, und jene von Pro Natura und WWF waren gar nicht erst erschienen.

Die Biogas-Anlage ist seit Frühling 2008 in Betrieb. Sie produziert pro Jahr rund 9 Mio. Kilowattstunden Energie, was etwa 900 000 Litern Heizöl entspricht.