Bekannte Rheintaler Köpfe für den Nationalrat

Das Rheintal wird derzeit nur durch Roland Rino Büchel in Bern vertreten. Kann sich das nach den Nationalratswahlen im Herbst ändern?

Samuel Tanner
Merken
Drucken
Teilen
Anvisiertes Ziel: Das Bundeshaus in Bern. (Archivbild)

Anvisiertes Ziel: Das Bundeshaus in Bern. (Archivbild)

Anders als bei Kantonsratswahlen hat der Wahlkreis Rheintal bei den eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober keine Sitze auf sicher. Und so wurde unsere Region in den letzten Jahren stets nur von einer Person in Bern vertreten. Bis zu ihrer Rücktrittsankündigung im Herbst 2009 war dies die damalige SVP-Vizepräsidentin Jasmin Hutter, ab dann der Oberrieter Roland Rino Büchel (beide SVP). Der Sportmanager fiel in seiner Funktion zuletzt vor allem durch zwei Ereignisse auf: Rund um die Wirren im Weltfussballverband Fifa mauserte er sich zum grössten Kritiker von Sepp Blatter. Und das vielbeachtete Parlamentarier-Ranking der «SonntagsZeitung» geriet für ihn zum grossen Dämpfer: Roland Rino Büchel rangierte auf Platz 191 von 193. Unter anderen gehörten zu den Kriterien: die Stellung innerhalb der Partei, die Anzahl Voten und Vorstösse oder die Medienpräsenz.

Für eine Wahl ins Bundesparlament reicht es nicht, nur auf die Rheintaler Wählerinnen und Wähler zu zählen. Ein feinmaschiges Kontaktnetz im ganzen Kanton ist nötig. In dieser Beziehung dürfen sich einige der acht Rheintaler Kandidierenden der grossen Bundeshaus-Parteien Chancen ausrechnen: Roland Rino Büchel profitiert vom Bonus des Bisherigen. Den Altstätter SVP-Kantonsrat Herbert Huser kennt die Wählerschaft des Kantons aus der Regierungsrats-Ersatzwahl. Thomas Ammann war für die CVP Kantonsratspräsident. Der Christdemokrat Markus Ritter präsidiert den St. Galler Bauernverband. Und Margrit Kessler von der noch jungen Grünliberalen Partei ist Präsidentin der Schweizerischen Patientenschutz-Organisation.

Es wird interessant zu beobachten sein, ob sich der nationale «grüne Trend» für Margrit Kessler positiv auswirkt. Zudem, ob einer der Rheintaler CVP-Kandidaten den Sitz des zur SVP abgewanderten Rorschacher Stadtpräsidenten Thomas Müller zurückerobern kann. Und schliesslich, ob Roland Büchel seinen Sitz verteidigt oder ob ihm am Ende vielleicht sogar Herbert Huser in die Quere kommt.