Beim zweiten Mal hat es geklappt

Von 82 Wettbewerbs-Teilnehmenden haben sich Marion Täschler, Yannick Gächter und Sven Wüst für den Final des 6. Kurzfilmwettbewerbs qualifiziert. Am 4. Dezember wird das beste Video gekürt.

Sophia Zimmerer
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Grobe Silhouetten, ein Schattenriss, der in die Ferne weist, und eine trübe, düstere Landschaft strecken sich dem Zuschauer entgegen. Eine Schlüsselszene: Das Mädchen dreht sich immer schneller, hebt ab und verwandelt sich in eine Eule, die davonzieht. Ein paar Eindrücke des Musikclips zum Song «Fog», der von 82 Filmen im sechsten Kurzfilmwettbewerb nominiert wurde. 31 selbst produzierte Filme werden am 4. Dezember im St. Galler Palace gezeigt und von einer Expertenjury bewertet.

Musikclip «Fog» ergänzt dreiteilige Filmreihe

Realisiert wurde der Musikclip von der Künstlerin Marion Täschler, gebürtige Diepoldsauerin, und der Band Pedro Lehmann. Pedro Lehmann – das sind Yannick Gächter und Sven Wüst aus Altstätten. Der Bandname ist keine reale Person, es handelt sich um eine Kunstfigur, die auch im Musikclip die Hauptrolle spielt. Yannick Gächter und Sven Wüst erzählen in ihrem Album «Forestal» Pedros Geschichte in musikalischer Form. Marion Täschler visualisierte dafür eine Animations-Trilogie. «Fog» komplettiert die Filmreihe. Das künstlerische Handwerk der Diepoldsauerin ist in den animierten Bildern noch deutlich erkennbar. Sie untermalen Gächters einzigartige Stimme und den ruhigen, beinahe melancholischen Song geradezu perfekt.

Die drei Rheintaler hatten schon letztes Jahr am Wettbewerb teilgenommen, damals reichte es aber nicht für eine Nominierung. Deshalb freuen sie sich umso mehr, dass sie dieses Jahr dabei sein können. Alle drei Künstler kennen sich schon länger. Täschler unterstützte die Alternative-Rockband schon bei der Gestaltung von Covers, Bannern und jetzt auch Videos. Für die Entstehung des Skripts haben alle Künstler ihre Ideen eingebracht. Das Motiv für die Filme lieferte Pedros Geschichte, die Gächter und Wüst geschrieben haben. Diese sollte der Inhalt der Filme sein, wenn auch etwas abstrakt dargestellt, sagt Marion Täschler. So stehe die Eule im Clip für die Träume und Wünsche von Pedro– sie sei ein Teil der fiktiven Figur. Pedro komme immer wieder in ihre Nähe, sie zu ergreifen sei ihm (bis jetzt) aber noch nicht gelungen. «Wichtiger als Titel und Worte sind die Stimmungen und Emotionen, die ich beim Hören der Songs erlebe», antwortet Täschler auf die Frage, woher ihre Inspiration für den Clip gekommen sei. Die Stimmung der Videos sei daher dieselbe, die sich durch das ganze Album ziehe. Was wollte die Band erzählen, als sie die Songs geschrieben und die Musik komponiert hat? Solche Fragen stellte sich Marion Täschler bei dem Projekt. Hunderte Zeichnungen und Malereien auf Leinwand und Papier sind im Song «Fog» in vier Minuten zusammengepackt – jeder Bewegungsablauf der Figuren ist einzeln gezeichnet. Die Bilder wurden eingescannt oder fotografiert und digital weiterverarbeitet. Der Clip sei eine Mischung aus festgelegten und unerwarteten Elementen, sagt Täschler. «Das spannende für mich ist genau dieser Spielraum zwischen Plan und Zufall». Der ganze Prozess, von der Idee bis zum fertigen Film, habe etwa zwei Wochen gedauert.