Beim Theaterspielen viel gelernt

Zehn Jugendliche aus dem Oberrheintal proben seit November vergangenen Jahres im Diogenes-Theater ihr neues Stück. Bei dieser Theaterproduktion handelt es sich um das zweite gleichartige Projekt der Jugendarbeit Altstätten.

Kurt Latzer
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An der Probe vom Donnerstagabend war das ganze Team besonders gefordert, da die Hälfte der Akteure wegen Skilager oder Krankheit ausfielen. (Bild: Kurt Latzer)

An der Probe vom Donnerstagabend war das ganze Team besonders gefordert, da die Hälfte der Akteure wegen Skilager oder Krankheit ausfielen. (Bild: Kurt Latzer)

Altstätten. Viel Zeit bleibt ihnen nicht, den Akteuren des Jugendtheaters. Noch acht Proben bleiben ihnen, bevor es am 17. März das erste Mal und am 18. März das zweite Mal Ernst wird. Am Donnerstagabend fand eine für die Jugendlichen besonders anspruchsvolle Probe statt. Da einige Akteure wegen Skilager oder Krankheit fehlten, mussten sie in zwei, manchmal sogar drei Rollen schlüpfen.

Infoabend stand am Anfang

Das Projekt steht unter der Leitung der Jugendarbeiter Jürgen Kratzer und Heidi Mathys sowie des Sozialpädagogen Peter Kuster. Wie bereits beim ersten Jugendtheater in Altstätten, das im April vergangenen Jahres Premiere feierte, begann auch das zweite Projekt mit einem Informationsabend für Eltern und Jugendliche. Zusätzlich konnten sich Interessierte unter www.jugend-altstaetten.ch oder mittels verteilten Flyern informieren.

Bereits einiges gelernt

Und was hat die Jugendlichen, die am Donnerstagabend probten, dazu bewogen mitzumachen? «Ich habe bereits in der Schule bei einem kleineren Theaterstück mitgewirkt, das hat mir gefallen», sagt Julia Abler aus Montlingen. Salome Stieger aus Kriessern: «Ach, ich war in der Schule an einer Theateraufführung beteiligt. Ich schlüpfe gerne in andere Rollen.» Fatima Di Pane aus Oberriet war bereits Darstellerin im ersten Jugendtheater. «Mir gefällt das Proben besonders gut, die Zusammenarbeit mit anderen Jugendlichen. Aber auch die Aufführungen bereiteten mir sehr viel Spass.» Samira Keel aus Rebstein: «Theaterspielen finde ich cool und besonders die Proben.» Sie, wie einzelne andere Mitglieder der Theatergruppe, hat eine wichtige «Nebenaufgabe», sie schreibt das Stück mit.

Ein fertiges Stück gab es nicht

Auf die Frage, was den Jugendlichen die bisherige Arbeit gebracht habe und welche Erwartungen sie damit verbinden, sagt Nico Melgares: «Ich spiele gerne Theater. Meine Erwartungen – ich hoffe, dass wir das Theaterstück schaffen. Es wird knapp.»

Salome Stieger: «Ich habe bei den Proben beispielsweise gelernt, lauter zu sprechen und anderen besser zuzuhören.» Danach befragt, welches Stück denn eigentlich einstudiert werde, sagt Jürgen Kratzer: «Zuerst lassen wir die Jugendlichen reden, was sie bewegt und welche Probleme sie beschäftigen. Daraus wird dann in einem laufenden Prozess ein Theaterstück entwickelt.» Ein fertiges Stück gebe es nicht.

Am Anfang hätten sie gemeinsam auf einer Rolle Packpapier all das festgehalten, was sie beschäftigt und was sie stört. «Bevor die eigentlichen Proben beginnen, gibt es eine Besprechung, was den Jugendlichen gefällt und was sie stört. So haben wir beispielsweise gleich einmal beschlossen, dass Handys in der Garderobe bleiben», betont Jürgen Kratzer. Und wie Heidi Mathys betonte, habe am Anfang das Chaos gestanden. «Die Jugendlichen lernten relativ schnell, dass die Arbeit nur im Team bewältigt werden kann.»

Besondere Zeitreise

Am Donnerstagabend zeigte sich bei der Probenarbeit, dass die Theatergruppe den «roten Faden» beim Stück gefunden hat. Weil die «Zeitung» zu Besuch war, gingen sie zwar etwas nervöser, dafür doch konzentriert und engagiert ans Werk. In der Aufführung begeben sich die Jugendlichen auf eine besondere, abenteuerliche Zeitreise, in welcher viele der Themen vorkommen, die sie im Alltag beschäftigen, so auch das Thema «Migration». Mehr aber solle noch nicht verraten werden.

Neben den bereits erwähnten Darstellern wirken mit: Noemi Ritz, Rebstein; Micha Tensch, Marbach, Jenny Bruderer, Rebstein, Sandro Fritsche, Lüchingen, und Dominik Szwed aus Altstätten. Ebenfalls zum Team, den technischen Teil im Diogenes-Theater betreffend, ist Pesche Mathys.

«Allgemein winden wir der Leitung des Diogenes-Theaters ein Kränzlein, die uns für das Jugendtheater die Bühne mit all den technischen Einrichtung zur Verfügung stellt», sagt Heidi Mathys. Auf einer richtigen Theaterbühne zu stehen, sporne die Jugendlichen besonders an. Die Aufführungen finden am Donnerstag, 17. März, um 14 Uhr (nur für Schulklassen nach Anmeldung) und Freitag, 18. März, um 20 Uhr statt, Dauer des Stückes etwa 70 Minuten.

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