Bauherr wird 200 Jahre alt

LUTZENBERG. Die nach Thal orientierten herrschaftlichen Häuser an der Lutzenberger Dorfhalde lassen bis heute staunen. Bauherr war Georg Euler-Bänziger.

Peter Eggenberger
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Das ehemalige Fabrikgebäude ist heute ein Wohnhaus. (Bild: Peter Eggenberger)

Das ehemalige Fabrikgebäude ist heute ein Wohnhaus. (Bild: Peter Eggenberger)

Am Anfang der spannenden Geschichte der Dorfhalde stand Fabrikant Johannes Bänziger (1804 – 1840), der seinen Textilbetrieb mit Stickerei, Weberei, Druckerei, Bleicherei und Appretur ab 1827 zur grossen Blüte brachte. In Lutzenberg waren 150 Personen beschäftigt, und rund 4000 Heimarbeiterinnen in der Umgebung, aber auch in Vorarlberg, Tirol und Bayern waren für den erfolgreichen Unternehmer tätig.

Nach Bänzigers frühem Tod übernahm dessen Schwager Johann Georg Euler-Bänziger das Unternehmen. Am 25. April 1815 in Basel geboren, übersiedelte er nach Lutzenberg, wo er nebst der Betriebsführung auch politisch aktiv war. Gleichzeitig liess er in den 1850er-Jahren eine ganze Reihe von Bauwerken im Stil der Neurenaissance erstellen, die vom damaligen Stararchitekten Felix Wilhelm Kubly, St. Gallen, geplant worden waren. Euler gehörte als Landessäckelmeister ein paar Jahre der Ausserrhoder Regierung an. Er blieb kinderlos und verstarb am 6. Dezember 1894. Dessen Nachfolge trat mit Emanuel Streichenberg-Burckhardt ein Neffe aus Basel an. In der Folge wohnten und arbeiteten bis 1947 drei Streichenberg-Generationen in den Häusern an der Dorfhalde. Heute dienen sie als Wohnräume, und eingangs der Dorfhalde befindet sich die in zweiter Generation von Ivan Jankovics-Lutz geführte Autogarage.