Baugesuch für Gemüsezentrum in Balgach ist eingereicht

Bei der «Rietmühle» in Balgach soll das neue Gemüsezentrum der Fahrmaadhof AG entstehen.

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Simon Lässer (links) und Daniel Britschgi von der Fahrmaadhof AG haben das Baugesuch für das geplante Gemüsezentrum direkt neben der «Rietmühle» in Balgach bei der Gemeinde Balgach eingereicht.

Simon Lässer (links) und Daniel Britschgi von der Fahrmaadhof AG haben das Baugesuch für das geplante Gemüsezentrum direkt neben der «Rietmühle» in Balgach bei der Gemeinde Balgach eingereicht.

Bild: pd

(pd/rü) Die Fahrmaadhof AG hat nach Abschluss der Planungen bei der Gemeinde Balgach das Baugesuch eingereicht. Dies schreibt das Rheintaler Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Die Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln vom heimischen Markt sei ungebrochen gross, heisst es dort weiter. Die Coronakrise habe das Bewusstsein für die Bedeutung regionaler Produkte in der Bevölkerung nochmals gestärkt. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden und die Arbeitsabläufe zu optimieren, sei die Fahrmaadhof AG auf ein neues Gemüsezentrum angewiesen. Dieses soll bei der «Rietmühle» in Balgach realisiert werden. Der Standort ist gemäss dem Unternehmen verkehrstechnisch optimal erschlossen. Produzenten aus dem mittleren und unteren Rheintal müssten künftig mit ihren landwirtschaftlichen Gefährten nur noch bis zur «Rietmühle» fahren. Dies reduziere einerseits den Verkehr durch das Dorf, erhöhe die Sicherheit und sei auch ökologisch gesehen ein Gewinn, schreibt die Fahrmaadhof AG.

Transporte sollen reduziert werden

Durch den Neubau des Gemüsezentrums und der damit verbundenen Zusammenlegung von Aussenstandorten könnten Zwischentransporte stark reduziert werden. «Künftig wollen wir das Gemüse vom Feld an einem einzigen Standort für die Auslieferung an unsere Grosskunden vorbereiten. Aktuell geschieht dies an mehreren Standorten, was zu zusätzlichen Zwischenfahrten führt», erklärt Simon Lässer von der Fahrmaadhof AG. Ebenfalls ideal sei der neue Standort für den Abtransport der Rüstabfälle. Der Weg in die naheliegende Biogasanlage wird stark verkürzt. Dies entlaste zum einen die Strassen, zum anderen die Umwelt und sei erst noch wirtschaftlicher.

Die Realisierung des Gemüsezentrums der Fahrmaadhof AG «ist ein wichtiger Schritt für den nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens und der Gemüseproduktion im Rheintal», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Der Produktionsgemeinschaft sind über 45 Landwirtschaftsbetriebe aus dem Rheintal angeschlossen. Am neuen Standort würden fast ausschliesslich Produkte dieser Betriebe gewaschen, sortiert und verpackt. Das geplante Gemüsezentrum in Balgach ist ein Teil des vom Bund bewilligten Projekts «Pflanzenbau Rheintal 2020». An diesem sind mehrere Betriebe von St.Margrethen bis Oberriet beteiligt.

Das Gemüsezentrum soll nach dem neusten Stand der Technik gebaut werden. Dazu gehört Fotovoltaik auf dem Dach sowie eine Anlage, um das Waschwasser zu rezyklieren. Das Projekt soll der Bevölkerung später vorgestellt werden.

Gemüsezentrum hätte in Diepoldsau stehen sollen

Das Gemüsezentrum hat eine lange Geschichte. Fahrmaadhof-Besitzer Stefan Britschgi wollte 2017 eigentlich in Diepoldsau bauen. Das Projekt führte zu massivem Widerstand in der Bevölkerung; es hagelte Einsprachen. Die Diepoldsauer fürchteten sich vor allem vor dem Mehrverkehr durch das Dorf. Am Ende musste auf Geheiss des Kantons der Gemeinderat von Eggersriet über das komplizierte Geschäft entscheiden, weil sich die Diepoldsauer Behörde für befangen erklären musste. Die Ersatzregierung gab den 400 Einsprechern im vergangenen November recht. Britschgi hatte das eigentliche Baugesuch allerdings schon vorher sistieren lassen. Der Entscheid der Eggersrieter betraf dann die komplexe übergeordnete Planung.