Barockes auf Schloss Grünenstein

Am Wochenende vom 26. und 27. September findet auf Schloss Grünenstein ein kleines Barockmusikfestival statt. Dem Zuhörer bietet sich die Chance, barocke Musik in unmittelbarer Nähe zu erleben und nicht irgendwo weit vorne auf einer Bühne.

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BALGACH. Grünenstein in Balgach ist nicht nur ein Schloss. Das markante Gebäude an einem der schönsten Plätze des Rheintals ist auch ein Mehrfamilienhaus, ein Weinberg, ein Barockgarten, ein Ort für Veranstaltungen und Konzerte, sogar heiraten kann man dort. Die intimen Räume eignen sich hervorragend für barocke Kammermusik. Der originale Rokoko-Musiksaal wie Turmzimmer oder Oktagon mit Weitblick über das Tal geben der Musik einen Rahmen, der an wenigen Orten zu finden ist.

Der Verein Froschkönig, der bei Vollmond im Schloss Veranstaltungen organisiert, wagt es, ein keines, regelmässig stattfindendes Barockmusikfestival zu installieren. Dabei sind durch die Grösse der Räume Grenzen gesetzt, was die Zuhörerzahl anbelangt, aber nicht bei der Auswahl von Musik und Interpreten.

Die Chance, barocke Musik in unmittelbarer Nähe zu erleben und nicht irgendwo weit vorne auf einer Bühne, bietet sich bei «Barock im Schloss». Barocke Musik ist ausserordentlich vielseitig, was Formen, Formationen und Instrumente anbelangt. Diese Musik wurde nicht nur in höfischen oder besseren Kreisen gespielt, viele Stücke in der Volksmusik sind ursprünglich Melodien barocker Kompositionen, wie auch Komponisten in dieser Zeit Volksmusik in ihre Arbeit einfliessen liessen. Die bekanntesten Komponisten von Bach bis Vivaldi lassen Volksmusik in ihren «Pastorale» neu interpretiert aufleben.

Eine eigene Tonsprache

Am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr spielen im Turmzimmer Paul Giger und Marie-Louise Dähler. Der Träger des Appenzellischen Kulturpreises 2015, Geiger Paul Giger, wird mit seiner Partnerin Marie-Louise Dähler am Sonntagabend ein Konzert geben. Sie bringen das neue Programm «Toward to Silence» zur Aufführung. Die Musiker spannen einen Bogen von barocken Klängen über Eigenkompositionen bis hin zu spontan entstehenden Improvisationen. Sie stellen die Welt von Bach ihrer eigenen Tonsprache gegenüber, und alles nimmt Einfluss aufeinander. Die scheinbare Gegensätzlichkeit von Instrumenten, Epochen und Stilen kann sich aufheben, was bleibt, ist Musik, die auf unsere Seele zielt.

«Una girandola di eventi», ein Wirbel von Ereignissen, das erwartet die Besucher bei den Konzerten von Girandola.

Das Barockensemble der St. Galler Blockflötistin Annina Stahlberger tritt am Samstag, 26. September, um 20 Uhr im Turmzimmer in typischer Besetzung auf: Violine, Violoncello, Laute, Gitarre, Cembalo. Schwerpunkte im Repertoire des Ensembles bildet die quirlige italienische und spanische Barockmusik. Ihr Programm mit «Folias y Tientos» (Folia – «lärmende Lustbarkeit» oder auch «übermütige Ausgelassenheit») zeigt, dass auch damals Musik durchaus in ekstatische Zustände ausufern konnte.

Am Samstag, 26. September, tritt um 17.30 Uhr ihm Rokoko-Musikzimmer die Bellmansband auf. C. M. Bellman ist auch heute noch so etwas wie der schwedische Nationalsänger. Die Reduktion seiner Kompositionen auf «Wein, Weib, Gesang» ist eine Verkennung der Bedeutung dieser Lieder.

Ein Mensch aus dieser Epoche

Niemand konnte über den Alltag, Sorgen und Freuden, über Lust und Tod so gut schreiben wie Carl Michal Bellman. Wer erfahren will, wie es sich anfühlt, ein Mensch aus dieser Epoche zu sein – nach dem Hören dieser Lieder weiss man mehr. Die Bellmansband aus dem Bodenseeraum singt und spielt diese Lieder seit Jahrzehnten.

Am Samstag, 26. September, um 15 Uhr findet im Rokoko-Musikzimmer das Kinderprogramm «Einmal Prinz oder Prinzessin sein» statt – Führungen durch den richtigen Froschkönig durch Schloss, Dachstock und Garten runden das Programm ab. Karten zu «Barock im Schloss» gibt es im Vorverkauf bei info@froschkoenigreich.ch; www.froschkoenigreich.ch. (pd)