Balzner Baller-Fussball in Rüthi

Rüthi bezieht gegen 3.-Liga-Aufstiegskandidat Balzers II eine unerwartet hohe 0:5-Niederlage. Die Platzherren erspielten sich keine einzige klare Torchance.

Mäx Hasler
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«He, ich war zuerst da», scheint Jérôme Lüchinger (rechts) hier seinem Gegenspieler zu sagen. (Bild: Mäx Hasler)

«He, ich war zuerst da», scheint Jérôme Lüchinger (rechts) hier seinem Gegenspieler zu sagen. (Bild: Mäx Hasler)

Eigentlich hätten die 100 Zuschauer auf dem Sportplatz in Rüthi am Samstag Allwetterkleidung tragen müssen, denn in Form der Balzner Reserven ist ein starkes Gewitter über den Rheinblick gezogen. In der ersten Halbzeit sah es zwar nicht danach aus, denn die beiden Teams waren sich in etwa ebenbürtig. Mit leichten Vorteilen für die Gäste.

Ausser einer guten Möglichkeit des Balzners Roger Beck – zusammen mit Schiedsrichter Christian Zanatta der beste Mann auf dem Platz – in der 20. und einer 100-prozentigen in der 37. Minute waren Grosschancen aber Mangelware.

Rüthi harmlos

Rüthi war noch harmloser. Ausser zwei Schussversuchen von Geburtstagskind Sanseverino und einem von Hobel sowie einem Abschlussversuch von Lüchinger mit dem Hinterkopf, der noch die grösste Chance war, kam nichts auf Thomas Hobis Tor. «Heute hatte ich einen ruhigen Tag, ich musste keinen gefährlichen Ball fischen. Ich habe die Rüthner stärker erwartet», sagte dieser nach dem Match.

Die zweite Halbzeit war aus Rüthner Sicht zwar besser, es fehlte aber noch immer die Produktivität. Die besten Chancen hatte Rüthi, als das Spiel schon entschieden war. Berishas Schuss in der 47., Hobels Versuch in der 62. und Schneiders Kopfball in der 65. Minute waren Bälle, die mit viel Glück zum Anschlusstreffer oder eventuell zum Ausgleich hätten führen können. Vorher brach aber ein Doppelschlag der Balzner in der 50. und 52. Minute den Rüthnern das Genick. Geskort hatten Frick und Beck. In der 58. Minute gab es durch Telic, der sich in der zweiten Halbzeit wesentlich steigerte, auf Zuspiel von Beck noch eine Zugabe.

Gegen Ende der Partei kam es für die Rüthner knüppeldick. In der 76. Minute war es Akyer, der ein weites Zuspiel des eingewechselten Scherrer zum 4:0 versenkte, und in der Nachspielzeit war es der gleiche Spieler, der für den brutalen Endstand sorgte. Hätte Akyer einer oder zwei seiner drei Freistösse aus praktisch der gleichen, aussichtsreichen Position jeweils nicht in die Mauer gedroschen, hätte der Sieg sogar noch höher ausfallen können.

Punkrocker im Tor

Bei Rüthi wird indes das Goalieproblem immer grösser. Für Weder, der ferienhalber abwesend war, stand Ammann im Tor. Dieser verletzte sich in der 83. Minute. Die letzten zehn Minuten zog sich dann Punkrocker Lüchinger das Goalietrikot über – in der Nachspielzeit musste der eigentliche Offensivspieler noch nach hinten greifen. Ein Ball, den er nicht behändigen konnte, wurde zum 0:5 verwertet. Im Rüthner Tor bahnt sich aber Besserung an. Im Frühjahr wird wohl der Altstätter Roman Blaser zwischen den Pfosten stehen. Dann könnte die Rüthner Abwehr wieder zum Bollwerk werden, denn nachdem in den ersten sechs Partien nur vier Tore hingenommen werden mussten, waren es in den letzten beiden Spielen deren acht. Gegen Ruggell, Triesen und Rheineck folgen nun drei Spiele, in denen es gilt, nicht in die hintere Tabellenregion abzurutschen.

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