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BALGACH: Pikantes zum Querdenken

Die evangelische Kirchgemeinde hat auch dieses Jahr zu einer unterhaltsamen Neujahrsbegrüssung eingeladen. Peter Nüesch liess einen mit gut und gern 100 Jahre alten Schlagern erröten.
Max Tinner
Peter Nüesch als betagte Marlene Dietrich: «Ich habe von Kopf bis Fuss die Liebe eingestellt . . .» (Bild: Max Tinner)

Peter Nüesch als betagte Marlene Dietrich: «Ich habe von Kopf bis Fuss die Liebe eingestellt . . .» (Bild: Max Tinner)

Angesichts der immensen Herausforderungen, vor denen un­sere Welt steht, stellte Kirchgemeindepräsident Marcel Kuster die diesjährige Neujahrsbegrüssung unter das Motto des Reformationsjahres: «quer denken, frei handeln, neu glauben». Er ermutigte, Bahnen, in denen man sich festgefahren hat, zu verlassen. Dazu seien Querdenker nötig, die Neues anstossen.

Einen solchen Querdenker hat die Kirchgemeinde mit Peter Nüesch für diesen gemütlichen Abend engagiert. Der gebürtige «Balger» war zunächst Lehrer und entdeckte dann das Theater als wirksame Therapie für schwererziehbare Jugendliche. Im Theater fand er dann auch seine Bestimmung.

Als Schauspieler kehrte er nun nach Jahrzehnten in Deutschland für einen Abend in sein Heimatdorf zurück. Er tat das offensichtlich sehr gerne: «Nach 50 Jahren darf ich endlich wieder einmal reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist», meinte er. Es nahm ihn auch wunder, wer ihn denn aus jungen Jahren noch kenne. Nicht wenige hoben die Hand. Das freute Nüesch: «Diese Leute erinnern sich noch, dass ich einmal jung und schön war . . . Heute bin ich halt nur noch schön.» Solche Scherze machte Nüesch zuhauf. Vor allem scherzte er aber singend. Schliesslich war ja ein Liederabend angesagt.

Begleitet von Eva Herrmann am Klavier unterhielt er mit Schlagern aus der Zeit vor und zwischen den beiden Weltkriegen. Dabei drehte sich durchs Band alles um Liebe und Verliebtheit und die sich halt oft daraus ergebende schönste Nebensache der Welt. So sang er etwa von einem Dirigenten, der während des Konzerts dauernd dran denken muss, dass seine Frau mit wohl vorgetäuschter Migräne daheimgeblieben ist, um sich womöglich mit einem Liebhaber zu vergnügen. Oder auch vom Leben als Nachtklubkellner. Glänzend auch seine Marlene-Dietrich-Parodie, in der der betagte Star nicht mehr auf Liebe eingestellt ist, sondern diese eingestellt hat.

Ein mutiges Programm für einen Kirchgemeindeabend

Das Publikum hat sich köstlich amüsiert. Mit den vielen Lie­- dern mit pikantem Inhalt war es für einen Abend der Kirchgemeinde aber auch ein durchaus mutiges Programm. Hätte man nämlich sehen können, wovon Peter Nüesch sang, wäre der Abend jedenfalls nicht jugendfrei gewesen. Aber der Kirchgemeindepräsident hatte ja zum Querdenken ermutigt.

Max Tinner

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