BALGACH: «Ofach» eine innere Einstellung

Die Gewerbeausstellung in der Sportalle Riet ist eröffnet. 40 Firmen präsentieren sich dort unter dem Motto «Made in Balgach – Ofach a gueti Sach». Der Gemeindepräsidentin Silvia Troxler gefällt der Slogan.

Remo Zollinger
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Sie sind «Made in Balgach»: Die Vertreter von 40 Betrieben, die von Gemeindepräsidentin Silvia Troxler und OK-Präsident Daniel Dietrich begrüsst wurden. (Bilder: Remo Zollinger)

Sie sind «Made in Balgach»: Die Vertreter von 40 Betrieben, die von Gemeindepräsidentin Silvia Troxler und OK-Präsident Daniel Dietrich begrüsst wurden. (Bilder: Remo Zollinger)

Remo Zollinger

Noch rasch den Kühlschrank füllen, die Stühle zurechtrücken, die Gadgets am richtigen Ort hinlegen: Kurz vor der Eröffnung der Balgacher Gewerbeausstellung herrscht in der Sporthalle Riet bereits emsiges Treiben. Die Gwerb­ler legen viel Wert auf die Präsentation ihrer Firma, wollen, dass jedes Detail stimmt. Die Atmosphäre am Stand soll einladend sein, damit nebst der gemütlichen Plauderei womöglich auch «fruchtbare Kontakte geknüpft werden», wie Gemeindepräsidentin Silvia Troxler später in ihrer Ansprache sagen wird.

Das letzte Tischchen ist sauber, es folgt ein rund drei­viertelstündiger gemütlicher Teil. Draussen vor der Halle gibt es einen Apéro, der ohne offiziellen Startschuss beginnt. Viele belassen es bei einem Gläschen Wasser: Um mit einem guten Tropfen aus Balgach anzustossen, bleibt ja noch genug Zeit. Geplaudert wird aber jetzt schon fleissig. Bis Daniel Dietrich, OK-Präsident der Gewerbeausstellung, die Gespräche unterbricht und die Aussteller begrüsst.

«Die Firmen leisten enorme Anstrengungen»

Daniel Dietrich dankt dem siebenköpfigen Organisationskomitee, das vor zwei Jahren beschlossen hat, in Balgach wieder eine Gewerbeausstellung durchzuführen. Es ist die erste seit sechs Jahren. Die Professionalität im OK sei aussergewöhnlich gewesen, sagt er. Jede und jeder habe in seinem Ressort alles gegeben, um einen würdigen Anlass zu veranstalten.

Einen Anlass, der zuerst auf gar nicht so viel Gegenliebe stiess, wie dies die Organisatoren wohl erwarteten: Harzig sei der Anmeldebeginn gewesen, sagt Daniel Dietrich. Darum freue es ihn umso mehr, doch 40 Betriebe aus Balgach (oder mit sehr engem Bezug zu Balgach) begrüssen zu dürfen. Sie seien ein schöner Mix durch alle Branchen, so der OK-Präsident. Dietrich lobt die Aussteller: «Die Firmen leisten enorme Anstrengungen, um ihr Leistungsangebot auf sehr hohem Niveau zu präsentieren».

Eine Redewendung, die den Gwerblern Mut macht

«Handwerk hat goldenen Boden», sagt Gemeindepräsidentin Silvia Troxler zu Beginn ihrer Rede. Handwerk wird immer gebraucht und bringt auch immer etwas ein. An der Gewerbeausstellung gehe es aber nicht nur um Geld: Wichtig seien auch Berufsstolz und Unternehmertum. Das Motto «Made in Balgach – Ofach a gueti Sach» sei richtig gewählt: Das Balgacher Gewerbe sei innovativ, anpassungsfähig und offen für Neues, «was in der heutigen Zeit sehr wichtig ist», sagt Silvia Troxler.

«Ofach a gueti Sach» ist für sie aber nicht nur ein Spruch über die Sache selbst, sondern vor allem eine «innere Einstellung». Besonders, wenn es um die Ausbildung von Nachwuchskräften geht. Und darum, diesen dann auch eine Chance zu geben. Wer weiss, vielleicht helfe dies einst auch bei der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger in der Geschäftsleitung.

Silvia Troxler hat fast nur lobende Worte für das Gewerbe in ihrem Dorf – sie warnt es (und mit ihm gleich auch die Bevölkerung) aber auch: Das hohe Bewusstsein für KMUs bringe auch die Verantwortung mit sich, den ortseigenen Unternehmen Sorge zu tragen. Die Gewerbeausstellung sei für sie deshalb eine wichtige Bühne, sich Sichtbarkeit zu verschaffen. Silvia Troxler sagt dies weniger als sechs Kilometer Luftlinie von der Grenze zu Österreich entfernt. Eine Grenze, die für das Rheintaler Gewerbe Fluch und Segen zugleich ist – in den letzten Jahren eher Fluch, besonders für den Detailhandel.

Die «Gelegenheit zur Überraschung» genutzt

Auf dem Bartisch, an dem Troxler und Dietrich zu den Ausstellern sprechen, steht ein kleiner, goldener Löwe. Der OK-Präsident ist wieder an der Reihe. «Eine Gewerbeausstellung ist auch immer eine Gelegenheit zur Überraschung», sagt er und leitet damit den Schlussteil der Eröffnung ein. Der goldene «Balgi» wird verliehen. Gewonnen haben ihn Bettina Tanner und Elisabeth Graf: Seit zehn Jahren verzaubern sie einen Rietweg in Balgach in einen Adventsweg, den Leute aus dem ganzen Rheintal besuchen, wie Dietrich sagt.

Etwas verschmitzt treten die beiden Frauen nach vorne und nehmen den «Balgi» in Empfang. «Ich hätte das nie erwartet», sagt Bettina Tanner zu ihrer Kollegin. Sie heimsen nicht nur die Skulptur ein, sondern auch den grössten Applaus des Abends. Danach heisst es für alle: Hereinspaziert!

Hinweis

Die Gewerbeausstellung «Made in Balgach» ist am Samstag von 11 bis 21 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am Samstag ist Festbetrieb mit Musik bis um 1 Uhr in der Nacht.