BALGACH: Mäuse nagen im Sicherungskasten

Haupttraktandum an der Vorversammlung der evangelischen Kirchgemeinde waren Gutachten und Antrag zur Sanierung des Pfarrhauses. Trotz Kosten von 600 000 Franken will man den Steuerfuss beibehalten.

Maya Seiler
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Das evangelische Pfarrhaus an der Breitestrasse gehört zum Ortsbild und soll auch in den nächsten Jahrzehnten der heutigen Pfarrfamilie oder künftigen Seelsorgern eine zeitgemässe Unterkunft bieten. (Bild: Maya Seiler)

Das evangelische Pfarrhaus an der Breitestrasse gehört zum Ortsbild und soll auch in den nächsten Jahrzehnten der heutigen Pfarrfamilie oder künftigen Seelsorgern eine zeitgemässe Unterkunft bieten. (Bild: Maya Seiler)

Maya Seiler

Mit starken Argumenten untermauerte die Kirchenvorsteherschaft an der Vorversammlung vom Donnerstag den Antrag, das in den Dreissigerjahren erbaute Pfarrhaus einer Gesamterneuerung zu unterziehen.

Etwa 30 Personen liessen sich über Rechnung und Budget und alle Details zur Renovation des von Jens Mayer und seiner Familie bewohnten Hauses ins Bild setzen. Der Sanierungsbedarf ist ziemlich umfangreich: Wärmebildaufnahmen zeigen eine schlecht gedämmte Aussenhülle mit vielen Kältebrücken; der Öltank stammt von 1972, die Heizung hat Jahrgang 1985; wegen der bald hundertjährigen Wasserleitungen kam es immer wieder zu Rohrbrüchen.

Die Elektroinstallationen und der Verteilerkasten sind ein Tummelfeld für Mäuse: Pfarrer Mayer erzählte, wie eine Maus das Kabel zur Hauptsicherung durchnagte; zwar bezahlte sie ihre Unvorsichtigkeit mit dem Leben, aber das Haus war für einen Tag ohne Strom.

Wegen dieser Fakten entschloss sich die Kirchenvorsteherschaft zu einer Gesamtrenovation, die nach sorgfältiger Schätzung auf 600 000 Franken zu stehen kommt. Der grösste Posten – gut 230 000 Franken – ist die Isolation der Aussenhülle. Ein neues Heizsystem mit einer Luft-Wärmepumpe und ein neuer Boiler anstelle der vier im ganzen Haus verteilten Warmwasserbereiter machen das Gebäude bei tieferen Betriebskosten komfortabler.

Finanzen seriös und vorausschauend planen

Kassier Noldi Halter erläuterte in seinem Finanzbericht, dass sich die Situation etwas entspannt habe. Statt ausgeglichen, wie budgetiert, schloss die Rechnung mit einem Gewinn von knapp 2000 Franken. Zwar lagen die Gesamteinnahmen um gut 27 000 Franken tiefer, aber dank Einsparungen von 29 300 Franken auf der Ausgabenseite resultierte der positive Abschluss.

Darum sieht die Kirchenvorsteherschaft es als realistisch an, die nötige Hypothek aufzunehmen und über 25 Jahre zu amortisieren. Man rechnet mit einer jährlichen Belastung von 30 000 Franken. Kirchgemeindepräsident Marcel Kuster erläuterte, dass eine Anhebung des Steuerfusses um nur einen Prozent die Kirchgemeinde in den Finanzausgleich brächte.

Das gäbe finanzielle Erleichterung, aber auch eingeschränk- te Handlungsfreiheit, was man tunlichst vermeiden wolle. Darum enthält das Budget 2017 Kürzungen beim Sachaufwand und beim Liegenschaftsunterhalt, als Gegengewicht zu den Ausgaben für die Pfarrhaussanierung. Mit dieser vorsichtigen Finanzplanung untermauert die Kirchbehörde den Antrag, das in den Dreissigerjahren erbaute Haus einer Gesamterneuerung zu un- terziehen. Wenn die Kirchgemeindeversammlung vom 26. März dem Antrag zustimmt, ist die Hoffnung, die Bauarbeiten bis Ende Jahr abzuschliessen.