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BALGACH: Kapitän baut sein eigenes Schiff

Urs Wildisen möchte seinen Lebensabend auf den Flüssen und Kanälen Europas verbringen. Im Industriegebiet Wegen, zwischen Elektro Oehler und der Fehér AG, baut er sich dafür eine 25 Meter lange Jacht.
Susi Miara
Mehr als die Hälfte der Schale ist fertig. Bis zur Vollendung wird es aber noch zwei Jahre dauern. (Bilder: Susi Miara)

Mehr als die Hälfte der Schale ist fertig. Bis zur Vollendung wird es aber noch zwei Jahre dauern. (Bilder: Susi Miara)

Susi Miara

«Schon von klein an hatte es mir das Wasser angetan», sagt Urs Wildisen, von Beruf gelernter Binnenschiffer mit allen Patenten für die Grossschifffahrt auf dem Rhein. Als 15-Jähriger begann er seine Ausbildung an der Schifferschule in Basel. Während der dreijährigen Lehre entdeckte er auch die Liebe zur Schifffahrt. Es folgten weitere Kurse bis zum grossen Kapitänspatent auf dem Rhein. Anschliessend schipperte er Jahrzehnte auf dem Rhein. Er war Kapitän auf Frachtschiffen, Tankern, aber auch Personenschiffen. «Die Personenschifffahrt hat mir am wenigsten gefallen, denn da musste ich immer eine Uniform tragen», sagt Urs Wildisen. Ab und zu steuert er auch heute noch Schiffe zwischen Basel, Rotterdam und Amsterdam, ist Ausbildner für die Berufsschifffahrt in Basel und führt seine eigene Bootsfahrschule in Staad. Immer wenn er Zeit hat, arbeitet er aber an seiner Jacht.

Mit einfachen Mitteln eine Jacht bauen

Bereits vor 40 Jahren hat er sich ein Ziel gesetzt: «Meinen Lebensabend möchte ich auf eigenem Schiff auf Flüssen und Kanälen Europas verbringen.» In seiner Lehrzeit als Binnenschiffer und auch später während seiner Schifferkarriere hatte Urs Wildisen immer wieder Gelegenheit, auf Werften zu arbeiten. Dabei habe er viel gelernt, sich auch viele Tricks abgeschaut und darüber nachgedacht, wie er manches schneller und besser machen könnte. Dabei wurde die Idee, das Schiff «Kieloben» zu bauen, geboren. «Wie man sieht, funktioniert es einwandfrei», sagt er. Seine 25-Meter-Jacht wird auf der grünen Wiese gebaut.

Sein Schiff kann aber nicht nur mit Diesel, sondern auch elektrisch betrieben werden. «Ein 50-Tonner Hybrid ist etwas ganz Spezielles», sagt er stolz. Wildisen rechnet damit, bis im Herbst den Schiffsrumpf fertiggestellt zu haben. Bis dahin hat er 16,8 Kilometer Schweissnähte geschweisst und der fertige Rohbau wird 22,4 Tonnen wiegen. Mit einem Kran soll dann die Schale gedreht und sofort mit dem Aufbau begonnen werden.

Auch die ganze Inneneinrichtung kann sich sehen lassen: zwei Gästekabinen, die Kapitänskajüte, Kochbereich, Nasszellen mit Dusche und WC, grosser Aufenthaltsraum mit Fernseher und speziell ein Cheminée-Ofen zur Erwärmung des Warmwasserspeichers.

Der Eigenbau kostet eine halbe Million

Mit 150 PS soll das Schiff eine Leistung von 20 Stundenkilometern erreichen, wobei bis zehn Stundenkilometer elektrisch gefahren werden kann. Auf der ganzen Länge des Dachs wird dafür eine neun Kilowatt starke Solaranlage montiert. Mit 6×4 Metern bietet auch der grosse Steuerhaus-Bereich gute Bedingungen für Schulungen, die Urs Wildisen zusätzlich noch anbieten möchte. Seine Jacht wird rund 500 000 Franken kosten. Allein für das Material rechnet Wildisen mit 400 000 Franken, wobei die Antriebstechnik mit rund 100 000 Franken zu Buche schlägt.

Spätestens in zwei Jahren soll die Jacht in Birsfelden eingewässert werden. Der Transport von Balgach dorthin wird mit einem Tieflader durchgeführt. Einen Namen hat sein Schiff noch nicht. «Ich denke, dass ich es Orion taufen werde. So heisst auch das Projekt.» Auch das erste Ziel hat er schon bestimmt. Mit seinen Helfern möchte er als Erstes nach Wien fahren. Rhein, Donau, Elbe, Wolga und vor allem das schöne französische Kanalnetz möchte Urs Wildisen – solange es seine Gesundheit erlaubt – nach und nach befahren.

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