Balgach erhält ein Altersleitbild

BALGACH. Gestern wurde die Balgacher Bevölkerung umfassend über die aktuellsten Projekte in der Gemeinde orientiert. Ein bald in die Vernehmlassung gehendes Altersleitbild soll als Basis für die zukünftige Alterspolitik dienen.

Bea Sutter
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Der alte Balgacher Dorfkern im Gebiet Steig- und Bühlstrasse beim alten Rathaus soll erhalten bleiben. Die Schutzverordnung aus dem Jahr 1996 wurde überarbeitet. Das neue Reglement liegt im Oktober auf. (Bild: Bea Sutter)

Der alte Balgacher Dorfkern im Gebiet Steig- und Bühlstrasse beim alten Rathaus soll erhalten bleiben. Die Schutzverordnung aus dem Jahr 1996 wurde überarbeitet. Das neue Reglement liegt im Oktober auf. (Bild: Bea Sutter)

BALGACH Gestern Abend fand in der Mehrzweckhalle Riet der Informationsabend der Politischen Gemeinde Balgach statt. Gemeindepräsident Ernst Metzler freute sich über den guten Besuch des Anlasses. Dies zeuge von grossem Interesse an den Belangen der Gemeinde.

«A Dahom» für ältere Menschen

Ein gewichtiges Thema war gestern die Alterspolitik in Balgach. Dazu referierte Gregor Baumgartner, Leiter des Senioren- und Spitexzentrums Verahus. «Das Alterswohn- und Pflegeheim Verahus soll ein neues <Dahom> für betagte Menschen sein».

Damit dieses Ziel umgesetzt werden kann, brauche es die Mithilfe aller: Angehörige, Mitarbeitende, die Bevölkerung, die freiwilligen Helferinnen und Helfer, Kirchen, Behörden und Ämter, Lieferanten und Handwerker bilden ein Netzwerk. Alle tragen dazu bei, den älteren Menschen ein Zuhause zu geben. Anhand von Statistiken zeigte Gregor Baumgartner die demographische Entwicklung in der Schweiz auf. Die Altersstruktur werde sich in den kommenden Jahren noch mehr verändern. Es werde mehr ältere Menschen geben, dazu brauche es mehr Plätze und mehr Pflegeaufwand.

Das Alter muss differenziert werden. Die vier Phasen sind: Die letzten Berufsjahre, das gesunde Rentenalter, das gebrechliche Rentenalter und die Pflegebedürftigkeit. In jeder Phase des Alters existieren unterschiedliche Bedürfnisse. Dies gelte es in einer zukunftsorientierten Alterspolitik zu berücksichtigen.

Altersleitbild in Arbeit

Um den grossen Anforderungen gerecht zu werden, muss ein Altersleitbild geschaffen werden. Die Gemeinde setzt sich Ziele und schafft Rahmenbedingungen für eine hohe Lebensqualität ihrer Bevölkerung. «Mit Blick auf die älteren Mitbewohner schafft sie eine Alterspolitik. Diese versteht sich als ein Führungsinstrument und ist eine Orientierungshilfe für alle in der Altersarbeit engagierten Akteure», sagte Ernst Metzler. «Darum ist die Freiwilligenarbeit enorm wichtig.»

Eine Arbeitsgruppe hat sich mit der Ausarbeitung des Altersleitbildes befasst. Das Altersleitbild ist in fünf Abschnitte unterteilt: Wohnen im Alter, Gesundheitsversorgung, materielle Sicherheit, soziale Kontakte und persönliche Entfaltung.

Am 19. Oktober geht das Altersleitbild in die Vernehmlassung, erläuterte Ernst Metzler. Die Bevölkerung ist eingeladen, Formulare auf der Gemeindekanzlei zu beziehen und weitere Anregungen bis dahin einzureichen.

Schutzverordnung liegt bald auf

Die Schutzverordnung aus dem Jahr 1996 wurde überarbeitet. Kulturgüter und Naturobjekte wurden inventarisiert. Das Schwergewicht wurde auf die Gebiete «Alter Dorfkern», rund um das Alte Rathaus auf der Steig und auf das Schloss Heerbrugg und Umgebung gelegt. Die aktualisierte Schutzverordnung bildet die gesetzliche Grundlage, um erhaltenswerten Gebieten und Bauten Sorge zu tragen. Vom 2. bis 31. Oktober liegt das neue Reglement auf.

Überbauung «Wiesental»

An der Turnhallenstrasse, gegenüber dem Rathaus, dort wo sich früher das Restaurant Wiesental befand, wurden die Parzellenformen optimiert. «Die Anpassung in den Zonenplan ist jetzt rechtsgültig», erklärte Ernst Metzler. Anhand einer Skizze zeigte er auf, wie diese Parzelle überbaut werden könnte. Ernst Metzler betonte, dass die fünf eingezeichneten Häuser mit Giebeldächern bis jetzt nur eine Idee seien. Würde etwas gebaut, dann nur WG3. Die Überbauung würde das Dorfzentrum beleben. Ein Café wäre vorstellbar, auch Alterswohnungen seien nicht ausgeschlossen. Die «Kilbiwiese» bleibe erhalten, beantwortete Metzler eine Frage.

Verschiedene Bauvorhaben

Ernst Metzler orientierte über einige anstehende Bauvorhaben. Im Unteren Bühl soll die Zone 30 erweitert werden. Ein Gutachten könne erst an der Budgetversammlung im November 2013 vorgelegt werden. Dasselbe gelte auch für die geplante Zone 30 östlich der Rietstrasse. Beim Teilzonenplan «Bad» hat es 14 Einsprachen gegeben. Wie es weitergeht, werde der neue Gemeinderat entscheiden, sagte Metzler.

In Bezug auf die Beschwerden, die den Bau am Hallenbad und am Rathaus verzögerten, informierte der Gemeindepräsident, dass die Entscheide zwar gefällt worden seien, die Rechtsmittel aber noch fehlen.