Balgach
«Wo bist du? Hier geht’s lang!»: Am Wochenende hat das Rheintaler Maislabyrinth eröffnet

Das Maislabyrinth in Balgach ist bereit, die Ferienattraktion des Rheintals zu werden. Am Samstag war Eröffnung. Bis Mitte September können sich Besucher durch das Labyrinth wagen.

Hildegard Bickel
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Bei strahlendem Sommerwetter suchten sich am Samstagvormittag die ersten Familien den Weg durch das Rhintaler Maislabyrinth.

Bei strahlendem Sommerwetter suchten sich am Samstagvormittag die ersten Familien den Weg durch das Rhintaler Maislabyrinth.

Bild: Hildegard Bickel

Auf dem Birkenhof von Ernst Sonderegger wachsen auf einer Fläche von rund 3,5 Hektaren über 300'000 Maispflanzen. In diesem grünen Dickicht ist das erste RhyLa, das Rhintaler Maislabyrinth, entstanden.

Der Mais ist bereits hoch genug, um gehörig Verwirrung zu stiften. Sobald nach einigen Schritten die erste Kreuzung im Maisfeld auftaucht, geht das Rätseln los. Links oder geradeaus? Kinder rennen los, kehren zurück aus einer Sackgasse und verschwinden um die nächste Kurve. Vom Ehrgeiz gepackt, wollen sie die zehn versteckten Posten finden, sich einen Sofortpreis sichern und in möglichst wenige Irrwege geraten.

Die Idee, diese Attraktion für Familien ins Balger Riet zu holen, hatte Ralph Schmid, Inhaber von Schmidi-Events in Berneck. Er besuchte letztes Jahr im Thurgau ein Maislabyrinth und liess sich von diesem Konzept inspirieren.

Bei einem Gespräch mit Landwirt Ernst Sondereg­ger Anfang Jahr meinte er beiläufig:

«Du könntest doch ein Maisfeld anpflanzen, um ein Labyrinth zu organisieren.»

Sonderegger hatte sowieso geplant, Mais anzubauen, und in Ralph Schmids Agenda fehlten aufgrund der Pandemie grössere Veranstaltungen. Ohne lange zu diskutieren, waren sie sich einig: «Das machen wir.» Dank der Zusage von Sponsoren haben die Veranstalter in Kürze ein Konzept erstellt. Der Aufwand war beträchtlich, da eine In­frastruktur mit Strom und Wasser im Riet aufgebaut werden musste.

Moderne Technik und eine spezielle Maissorte

Bei der Aussaat des Maises kam GPS-Technik zum Einsatz, um die Wege zentimetergenau zu planen. Ernst Sonderegger und ein Landwirte-Team säten früher als sonst, Ende April, und wählten eine spezielle Maissorte, die im Anfangsstadium rasch wächst, gross wird und einen guten Stand hat.

Ralph Schmid zeichnete das Labyrinth, das einen Lehrpfad mit Informationen rund um die einheimische Landwirtschaft enthält und sich über zweieinhalb Kilometer erstreckt. Im Idealfall.

Denn mit jeder Sackgasse, in die man hineingerät, verlängert sich der Weg. Die ersten schnellen Besucher schafften es, nach 45 Minuten alle Posten im Maisfeld zu finden.

Der Eingang des Rheintaler Mais-Labyrinths in Balgach.
4 Bilder
Familie Kobler aus Herisau bei einer Pause auf einem Verweilbänkli.
Mehrere Schilder innerhalb des Labyrinths weisen darauf hin, falls man sich verirrt hat.
Der Gastrobereich befindet sich idyllisch unter Birken.

Der Eingang des Rheintaler Mais-Labyrinths in Balgach.

Bilder: Hildegard Bickel

Der erste Eindruck überzeugt

Die Eröffnung am Samstagvormittag mit Besuchern und Sponsorenvertretern fand bei strahlendem Sommerwetter statt und wurde musikalisch von der Jugendmusik Au-Berneck-Heerbrugg mitgestaltet.

Zu den ersten Gästen gehörte Familie Kobler aus Herisau. «Sehr schön gemacht, geeignet sowohl für kleinere als auch grössere Kinder», lautete ihr Fazit. Der richtige Weg sei nicht allzu einfach zu finden, was gut sei, trotzdem brauche man keine Angst zu haben, sich zu verlaufen. Daniela Gassner und Sabine Nägele kamen mit ihren Kindern aus Schellenberg im Fürstentum Liechtenstein und waren überrascht über die Dimensionen des Labyrinths. «Es ist wirklich gross.» Ihr Tipp: Robuste Schuhe tragen.

Die Veranstalter rechnen mit rund 12000 Besuchern und haben verschiedene Events wie das Vollmond-Labyrinth und ein Horror-Labyrinth geplant. Damit der Boden geschont werden und das Maisfeld während zwei Monaten zur Verfügung stehen kann, ist das Gelände nur bei gutem Wetter geöffnet.

Das Maislabyrinth soll der Bevölkerung auch den Kontakt zur Landwirtschaft ermöglichen. Auf dem Birkenhof gibt es Einblicke in die Damhirschzucht, und im Gastrobereich stehen Spezialitäten regionaler Produzenten zur Auswahl.

Das Labyrinth symbolisiert zudem mit dem Mais ein über 400 Jahre altes Kulturgut im Rheintal, das als Futter- und Lebensmittel nicht mehr wegzudenken ist. Nach der Maislabyrinth-Saison, die bis am 12. September dauert, werden die Kolben geerntet und an Tiere verfüttert.

Die Anreise ist möglich mit Auto, Shuttle-Bus, Velo und sogar mit dem Schlauchboot auf dem Binnenkanal. Das Maislabyrinth verfügt über eine eigene Bootsanlegestelle. www.rhyla.ch

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