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Bagger-Quartett im Grossformat

In Oberriet filmt ein deutsches Fernsehteam Menzi-Muck-Maschinen. Es gehe so ein bisschen um Männerträume und Monstermaschinen, sagt die Redakteurin. Verrückt, die haben praktisch keine Ahnung von Baggern, sagt ein Fahrer.
Samuel Tanner
Welche Maschine ist am schnellsten, am cleversten, am wendigsten? Raupenbagger, Raddumper, Schreitbagger und Radlader (von links) im Wettstreit für die Wissenssendung Galileo. (Bild: Samuel Tanner)

Welche Maschine ist am schnellsten, am cleversten, am wendigsten? Raupenbagger, Raddumper, Schreitbagger und Radlader (von links) im Wettstreit für die Wissenssendung Galileo. (Bild: Samuel Tanner)

OBERRIET. Als das Telefon klingelt, muss sich Rolf Lüchinger zwischen deutschem Fernsehen und Oberrieter Alltag entscheiden. Er nimmt ab und sagt: «Ich kann jetzt nicht weg.» Dann hört Lüchinger einen Satz, den er in den letzten zwei Tagen bestimmt schon hundert Mal gehört hat: War nicht schlecht, aber lass es uns noch einmal machen.

Pfffff, sagt Rolf Lüchinger. Er sitzt in einem Radlader der Firma Menzi-Muck, neben ihm drei Kollegen verteilt auf Raupenbagger, Raddumper und Schreitbagger, ebenfalls Menzi-Muck. Im normalen Leben ist Rolf Lüchinger Betriebsleiter in der Deponie König, aber jetzt sind zwei Kameras und noch mehr Augen auf ihn gerichtet.

Eine deutsche Produktionsfirma dreht in diesen Tagen in der Deponie König für «Galileo», die Wissenssendung von Pro Sieben. Die Fahrer treten mit ihren Maschinen in diversen Wettkämpfen gegeneinander an, am Ende gewinnt der schnellste, der cleverste, der wendigste. – Bagger-Quartett im Grossformat.

Und jetzt also alles noch einmal. «Mir kommt es vor wie bei der Sendung mit der Maus», kommentiert Rolf Lüchinger.

Bürolistin und Maschinist

Noch einmal müssen sie also vier Haufen Dreck richten, noch einmal müssen sie die so schnell wie möglich von A nach B befördern. Die Redakteurin ist sich nicht sicher, ob sie schon genug Bilder hat. «Ist einfach viel safer dann», sagt sie. Viel sicherer.

Der Kameramann ist noch nicht bereit, er will eine weitere Einstellung des Schreitbagger-Fahrers filmen. «Könntest du noch einmal aus dem Wagen rausspringen?» – «Des isch ko Wagen, des isch a Bagger.»

Hinter einem Steinhaufen steht Diane Klee, Kurzhaarschnitt, solides Schuhwerk, Mitarbeiterin DTP/Video/EDV bei Menzi-Muck. Sie will nicht im Bild stehen und schaut ein bisschen skeptisch. «Es wird natürlich schwierig, wenn die Bürolistin dem Maschinisten sagt, wie's läuft», findet sie. Frau Klee sagt: «Die Fahrer sind Kunden von Menzi-Muck. Es war schwierig, welche zu finden. Die haben jetzt alle viel zu tun. Aber die Bagger kommen halt gut an im Fernsehen. Männer und Action, das gibt sicher gute Quoten. Bei einem Vergleich mit Waschmaschinen würden wahrscheinlich weniger Leute zuschauen.»

Menzi-Muck und Megan Fox

Rolf Lüchinger gewinnt den Vergleich, sein Radlader ist genau für solche Transporte gemacht. Am Ende sagt er in die Filmkameras: «Ich war so schnell fertig; jetzt kann ich nur noch Däumchen drehen und auf die anderen warten.» Dann grinst er.

Das gefällt den Fernsehleuten, sehr authentisch!, er muss den Satz nicht noch einmal aufsagen.

Später sagt Lüchinger: «Wenn man Zeit hat, ist das noch glatt hier. Aber man muss halt alles immer drei-, viermal machen. Und verrückt ist, dass die Fernsehleute praktisch keine Ahnung davon haben, was wir mit den Baggern anstellen können.»

Der Star unter den Maschinen ist der Schreitbagger. Wenn die Kameraleute ihn heranzoomen, gleicht er in der Deponielandschaft in Oberriet einer Kreatur aus dem Film Transformers. Eine Maschine, die ihre Form verändert. Fehlen nur Megan Fox und die US-Army.

Alexandra Wenzel, Stiefelchen, Sonnenbrille, TV-Redakteurin, weiss genau, wonach die Bilder am Ende aussehen sollen: «Monstermaschinen, Giganten, Superlative im Wettstreit. Es geht so ein bisschen um Männerträume. Sie können schreiben: Was Pinsel und Bälle mit Schreitbaggern zu tun haben. Oder: Harte Männer, krasse Maschinen.»

Hinten ruft der Kameramann; er will noch eine Totale aufnehmen, noch eine zusätzliche Einstellung filmen.

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