Bagger krempeln Illspitz um

REGION. Zwei Monate nach dem Spatenstich für ein neues Wasserkraftwerk an der Ill blieb im Mündungsgebiet kein Stein mehr auf dem anderen. Bagger veränderten die Flusslandschaft.

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Am Illspitz ist der Kraftwerksbau in vollem Gange. Bagger und Spundwandrammen bestimmen das Landschaftsbild am Rhein. (Bild: gg)

Am Illspitz ist der Kraftwerksbau in vollem Gange. Bagger und Spundwandrammen bestimmen das Landschaftsbild am Rhein. (Bild: gg)

Die Idylle Illspitz ist vorläufig Geschichte, das Dröhnen der Dieselmotoren von Baggern und das laute Einrammen von Eisenlarsen lässt die Velofahrer nach einigen Seitenblicken schnell weiterfahren. Die Seitenblicke zeigen aber eine nicht alltägliche Grossbaustelle. Die vom Bauherrn Stadtwerke Feldkirch beauftragten Unternehmen sind dabei, die Strömung von den Flächen abzuleiten, um die Fundamente für die beiden geplanten Wehranlagen quer über die Ill betonieren zu können. Allein für die Umleitung des Wassers der Ill und des Spiersbachs waren rund 8000 Quadratmeter Spundwände einzurammen.

Planmässiger Verlauf

Die Anlieferung der nötigen schweren Geräte und die Materialtransporte erfolgen über eine Forststrasse durch den Auwald rechts der Ill und so ohne die Wohngebiete zu beeinträchtigen. Die Baustelle links der Mündung wird über eine Eisenbrücke über die Ill unterhalb des Radwegüberganges erreicht. Die alte Brücke hatte Jahrzehnte im Verlaufe der Bundesstrasse nach Feldkirch ihre Dienste getan, nun erfüllt sie ihre wahrscheinlich letzte Aufgabe als Bauprovisorium. Die Bauleitung bestätigt bisher einen planmässigen Verlauf der Arbeiten. Das Rheinhochwasser vor einigen Tagen bedingte allerdings einen Unterbruch, das Wasser erreichte fast die Höhe der eingeschlagenen Larsen, ging aber schnell wieder zurück.

Spiersbach verlegt

Bereits abgeschlossen ist die Verlegung des Spiersbaches, des aus Liechtenstein kommenden Binnenkanals, der nur wenige Meter oberhalb der Illmündung in den Rhein fliesst. Mit einer Spundwand wurde das Gerinne abgedrängt, um mehr Platz für das Turbinenhaus zu gewinnen. Fischereiexperten überwachten die Umlegung des Spiersbaches und stellten einen guten Fischbestand fest. Die Endgestaltung der erst vor wenigen Jahren renaturierten Spiersbachmündung steht noch aus.

Nicht beeinträchtigt durch die Baustelle ist der rechtsrheinische, viel befahrene Radweg im Vorland oder über den Rheindamm zum Illspitz. Für Interessierte wurde neben der Spiersbachbrücke eine Aussichtsplattform errichtet, von der die Baustelle gut zu überblicken ist. (gg)

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