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Bällemeer in der Waschstrasse

Im Fägnäscht toben an Spitzentagen bis zu 500 Kinder – viele von ihnen aus dem Rheintal. Was das für die Aufräumarbeiten bedeutet, zeigt sich beim Besuch der Indoor-Spielhalle nach Ladenschluss.
Sandra Grünenfelder

Wo Kinder tagsüber Saltos üben, mit dem Bobby-Car durch die Halle flitzen oder das Luftschloss hoch und runter kraxeln, während die Eltern an einer Tasse Kaffee nippend dem bunten Treiben ihrer Kleinen zuschauen – hier, in der Indoor-Spielhalle in Rorschach ist nun Feierabend. Über 200 Kinder haben sich heute im Fägnäscht ausgetobt. Für das Team von Reto Schirmer und seiner Lebenspartnerin Yumiko Lohri heisst es nun: ran an die Besen. Denn wo so viele Kinder aufeinander treffen, sammelt sich einiges an Abfall, aber auch Bakterien an. Immer häufiger äussern Mütter Bedenken zu den hygienischen Bedingungen in überdachten Spielhallen. Von Kindern, die nach einem Besuch tagelang krank ans Bett gefesselt sind, ist im Internet die Rede. Im Fägnäscht ist man sich dieser Ängste bewusst und handelt entsprechend. Koordiniert und zielgerichtet arbeitet das sechsköpfige Team. Während die letzten Besucher noch ihre Schuhe suchen, wird die Musik aufgedreht. Zwei Mitarbeiterinnen laufen durch den Restaurantbereich und stellen die Stühle auf die Tische. Danach wird der Staubsauger auf den Rücken geschnallt und der Boden von Bröseln, Papierfetzen und Schmutz befreit. Hinter der Staubsauger-Truppe folgt eine weitere Mitarbeiterin, die den Boden feucht aufwischt.

«Es ist schade, wenn aufgrund gewisser Anbieter ein schlechtes Bild von unserer Branche entsteht», sagt Reto Schirmer. Er ist überzeugt, dass Indoor-Spielhallen keineswegs eine grössere Gefahr als andere stark frequentierte Plätze für Kinder darstellen. In der ehemaligen Frisco-Produktionshalle herrscht ein strenges Schuhverbot. In regelmässigen Abständen werden die Spielgeräte gereinigt. An diesem Abend soll das Bällebad gesäubert werden. Schirmer füllt dazu Wasser in eine Reinigungsmaschine. Das Gerät, an dem zur einen Seite ein fünf Meter langer Schlauch angehängt ist, reinigt und desinfiziert die Plastikbälle aus dem Bällebad. Denn gerade hier herrscht tagsüber ein Getümmel. Schmutz, Essensreste oder Kaugummis finden schnell einen Weg ins Becken. Und es kann vor lauter Aufregung schon mal vorkommen, dass ein kleiner Gast den Gang zur Toilette vergisst. Um möglichst schnell zu reagieren, hat Reto Schirmer fast 10 000 Franken in das professionelle Gerät investiert. Der Reinigungsprozess des Bällebades ist aufwendig. Für Schirmers neunjährige Tochter Norah aber ein grosser Spass. Sie darf zusammen mit einer Freundin in das volle Becken springen und die Plastikbälle mit dem Schlauch einsaugen. Die Kugeln landen in einer Lauge aus Chlorwasser.

Wie auf einer Waschstrasse werden sie erst desinfiziert, gebürstet und geföhnt. Schliesslich spuckt die Maschine die blitzblanken Bälle durch eine Öffnung wieder aus. Sobald der Bälle-Pool von den Kugeln befreit ist, beginnt die Handarbeit. Der Innenbereich des Beckens muss gereinigt werden.

An Spitzentagen muss Reto Schirmer im Fägnäscht nur für die Aufräumarbeiten mit einem Personalaufwand von bis zu zehn Stunden rechnen.

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