«Bad darf nicht in Raten sterben»

Die einheimische Schule muss beim Schwimmunterricht knausern. Die Vorzeige-Rutschbahn macht's nicht mehr lange. Die Fensterscheiben sind milchig. Das Balgacher Hallenbad verlangt allmählich nach einer klaren Antwort.

Gert Bruderer
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BALGACH. Die Frage lautet: Was tun? 4,4 Mio. Franken aufwenden – und am Ende das Gleiche haben wie jetzt, einfach aufgefrischt? Oder knapp 7 Mio. ausgeben und ein bisschen erweitern, indem zusätzlich die Garderoben und Duschen ausgebaut und verlegt werden? Gewichtige Probleme blieben: Das Angebot würde nicht wirklich zeitgemäss, es könnten nicht Familien, Freizeitschwimmer und Schulen nebeneinander Badefreuden teilen, die Öffnungszeiten wären weiterhin kompliziert.

Es geht auch komfortabler

Der Rundgang von gestern Abend, zu dem die Gemeinde eingeladen hatte, liess nicht nur die regelmässigen Hallenbadbenützer (in einer der drei 20-köpfigen Gruppen etwa jeder Fünfte) über die veraltete Infrastruktur staunen, auch die, die «nur» als Steuerzahler gekommen waren, erkannten den Handlungsbedarf. Aber die Fragen, die gestellt wurden, sind weitgehend eine Kopie der Fragen, die auch die Altstätter Hallenbad-Diskussion zu Tage förderte. (Als Altstätter hatte ich gestern in Balgach ein Déjà vu, denn auch hier stehen alternativ teurere Varianten zur Debatte.) Falls es mehr sein darf, käme zusätzlich zur Erneuerung und zum Ausbau der Garderoben und Duschen der Bau einer Schwimmhalle hinzu. Entweder liesse man sich dies knapp 15 Mio. kosten – oder 18 Mio. Franken, dann gäb's nebst der neuen Halle mit neuem grossen Becken auch noch eine attraktive Angebotserweiterung mit Kinderplanschbecken und Dampfbad. Gerade so ein Dampfbad, weiss Harald Kannewischer vom Ingenieurbüro, «wird sehr gut angenommen».

Zahlen noch zu vage

Aber mit der teuersten Variante könnte der Steuerfuss um 10, 12, 13 Prozent zulegen, wie Gemeindepräsidentin Silvia Troxler einräumte. Zwar sind die Zahlen noch sehr vage, die Wirtschaftlichkeit soll jedoch bald in Zahlen gefasst werden. Sonst liesse sich auch nicht über allfällige Kostenbeteiligungen anderer Gemeinden reden. Was ohnehin schwer werden dürfte. Diepoldsau hat zwar Interesse am Schwimmunterricht in Balgach bekundet, aber zwei grosse Aufgaben im Mittelrheintal sind eigentlich klar verteilt: Balgach betreibt das Bad, die anderen Gemeinden die Eis- und Sporthalle.

Viele Fragen

Wie gesagt, gefragt ist gestern viel geworden. Wenn eine Schwimmhalle gebaut wird, gäbe es dann auch ein Gastroangebot? (Troxler: Ja, aber ob eine Cafeteria oder Automaten, ist offen.) Wie gross würde das Planschbecken? (Kannewischer: 30 m2, maximal 40 cm tief. Eine Mutter fügte hinzu, beim Planschbecken in Dornbirn stamme heute die Hälfte der Mütter von dieser Seite des Rheins.) Was geschähe mit den Aussenanlagen? (Troxler: Es ginge Fläche verloren, aber der Spielplatz werde nicht aufgegeben.) Wie viele zusätzliche Stellen wären nötig bei der komfortabelsten Variante? (Kannewischer: Drei, vier Vollzeitstellen.

Wäre es nicht sinnvoll, das Projekt zu vertagen? (Silvia Troxler: «Das Bad darf nicht in Raten sterben.») Kurz darauf fügte Daniel Dietrich, der Gewerbevereinspräsident, hinzu: «Einen besseren Zeitpunkt als jetzt wird es für eine Hallenbad-Erneuerung nicht geben.»