Bachsanierungs-Projekt wieder aufgenommen

THAL. Das Hochwasserereignis in Rheineck und Thal vom Herbst 2002 führte zu erheblichen Schäden im und am Gstalden-/Freibach. Die Kosten für die Schadenbehebungen beliefen sich damals auf rund 250 000 Franken brutto.

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Alte Bachverbauungen. (Bild: pd)

Alte Bachverbauungen. (Bild: pd)

THAL. Das Hochwasserereignis in Rheineck und Thal vom Herbst 2002 führte zu erheblichen Schäden im und am Gstalden-/Freibach. Die Kosten für die Schadenbehebungen beliefen sich damals auf rund 250 000 Franken brutto. Hinzu kamen die beträchtlichen Schäden an den im Schadengebiet gelegenen privaten Liegenschaften.

Auf Antrag der Bachkommission Thal-Rheineck entschieden die Räte der beiden Gemeinden Thal und Rheineck, den Bach auf der ganzen Länge in Etappen und über einen Zeitraum von rund 15 Jahren zu sanieren. Die damals erhobene Zustandsaufnahme zeigte, dass die rund 100 Jahre alte Bachverbauung verschiedene Schwachstellen aufweist (Steinfassungen an Bachsohle und Böschungsverbauungen, Schäden/Schwachstellen an Böschungen, Steinfäulnis, Kolkenzustand usw.).

Das erarbeitete generelle Bachsanierungs-Projekt, das von Bund und Kanton genehmigt wurde, ermittelte auf der Basis von Erfahrungswerten bei abgerechneten Bachverbauungen die Gesamtkosten von rund 17 Mio. Franken. Nach Abzug der Bundes- und Kantonsbeiträge wären damit für die Gemeinden Thal und Rheineck rund 10,2 Mio. Franken verblieben. Nach geltendem Perimeter unter den Gemeinden hätte der für Rheineck zu übernehmende Anteil rund 6,8 Mio. und für Thal rund 3,4 Mio. Franken über eine Sanierungszeit von rund 15 Jahren betragen.

Während dem Auflageverfahren sind gesamthaft rund 200 Einsprachen eingegangen. Nach einem längeren Rechtsverfahren bis vor die Verwaltungsrekurskommission (Rekurse gegen Beitragsplan), wo in einem Pilotentscheid einer der Rekurse gutgeheissen wurde, wurde der Entscheid der VRK von den Gemeinden akzeptiert. Auf eine Fortführung des Sanierungsprojektes wurde verzichtet. Dies deshalb, weil die Ablehnung aus der Bevölkerung bzw. der Betroffenen zu gross war. Die Notwendigkeit einer Sanierung war jedoch von kaum jemandem bestritten worden. Der Grossteil wandte sich vor allem gegen eine Kostenbeteiligung durch die Anstösser.

Die festzustellenden zunehmenden starken lokalen Wetterereignisse, gerade auch in diesem Sommer wieder im Mittelland und im Rheintal, zeigen, dass eine Erneuerung von alternden Gewässerverbauungen nach Massgabe der heutigen Standards dringend nötig ist. Insbesondere mit Blick darauf, dass einstürzende marode Böschungen bei Hochwasser den Gewässerabfluss empfindlich einengen und dadurch Hochwasserereignisse geradezu provoziert werden. Aber auch die Projektausführungsdauer, nämlich zwischen zehn und fünfzehn Jahren, spricht für eine baldige Inangriffnahme der Bachsanierung. Die Räte der Gemeinden Rheineck und Thal haben daher beschlossen, das Bachsanierungs-Projekt auf der Basis des bisherigen Projektes wieder aufzunehmen. Das Verfahren und Vorgehen wird vorgängig mit den kantonalen Stellen, Abt. Wasserbau, und der damals gebildeten «IG Wab2425» abgesprochen. (gk)

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