Autos sollen sich den Velofahrern anpassen

Das Thema Veloverkehr über die Diepoldsauer Schrägseilbrücke polarisiert, die Baustelle verunsichert viele Velofahrer. Nun melden sich Leser mit Ideen für eine Lösung, die allen Verkehrsteilnehmern gerecht werden soll.

Kurt Latzer
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Ernst Keller nimmt sich das Recht, «auf den paar Metern über die Brücke» in der Mitte seiner Fahrbahnhälfte zu fahren. Am Rand, an der Baustellenmauer, ist es ihm mit dem Velo viel zu gefährlich. Bild: Kurt Latzer

Ernst Keller nimmt sich das Recht, «auf den paar Metern über die Brücke» in der Mitte seiner Fahrbahnhälfte zu fahren. Am Rand, an der Baustellenmauer, ist es ihm mit dem Velo viel zu gefährlich. Bild: Kurt Latzer

Ernst Keller aus Diepoldsau ist viel mit seinem Velo unterwegs. Auch über die Schrägseilbrücke. Seit Tagen liegt ihm das mit der Baustelle und dem Veloverkehr über die das Diepoldsauer Wahrzeichen im Magen. Was in drückt, hat er sich gestern von der Seele geredet. «Es braucht schon Mut, in der Mitte seiner Strassenhälfte zu fahren», sagt der passionierte Velofahrer, «vor allem vor Lastwagen.» Ganz rechts, entlang der Baustellenmauer, traue auch er sich nicht zu fahren.

Tempo 40, bessere Signalisierung

Kellers Meinung nach sollte man, wie an anderen Baustellen üblich, das Tempo reduzieren. «Von 60 auf 40», sagt der Diepoldsauer. Den Automobilisten müsse ganz klar signalisiert werden, dass sie auf Velofahrer zu achten haben. «Als die Brücke Au-Lustenau für sieben Wochen gesperrt war, haben wir Diepoldsauer uns dem Mehrverkehr anpassen müssen. Da dürfte sich der Verkehr dieses Mal ruhig den Radfahrern anpassen», sagt Erwin Keller. Ungeübten Velofahrern rät er, das Velo über den Fussgängersteg zu schieben, auch wenn es dort an den Engpässen bei den Brückenpfeilern eng werden könnte. Auch Fredi Schmitter aus Diepoldsau ist froh, dass der Radverkehr auf der Brücke öffentlich thematisiert wird. Darum hat er der Redaktion von «Rheintaler» und «Rheintalischer Volkszeitung» geschrieben. Das Radfahren entlang der Baustelle auf der Brücke vergleicht er mit russischem Roulette.

Einladung zur Probefahrt

Deshalb fährt Fredi Schmitter lieber über den Steg. Im Wissen, dass dies nicht im Sinne der «Erfinder» ist.

Als problematisch bezeichnet er die Situation für die Väter und Mütter, die mit ihren Kinder-Anhängern die Schrägseilbrücke passieren wollen. Auf dem Steg sei für sie kaum Platz, auch nicht zu Fuss. Ans Kreuzen mit anderen Fussgängern sei erst gar nicht zu denken.

Wie Ernst Keller fordert Fredi Schmitter die Verantwortlichen beim Kanton St. Gallen auf, nachzubessern. Sein Fahrrad will Schmitter den Leuten vom Baudepartement gerne zur Verfügung stellen, unter der Voraussetzung, dass diese während der Rush Hour die Baustelle beim Diepoldsauer Wahrzeichen passieren.