Ausnützungsziffer soll fallen

Die vier Oberrheintaler Gemeinden Marbach, Rebstein, Oberriet und Rüthi bekommen ein neues Baureglement. Gestern Abend wurden die Änderungen öffentlich vorgestellt.

Kurt Latzer
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Bauen in den vier Oberrheintaler Gemeinden soll einfacher werden. Im neuen Baureglement gibt es nur noch 27 Artikel, keine Ausnützungsziffer mehr, dafür mehr vorgeschriebene Park- oder Garagenplätze. Letzteres aber wird in Oberriet anders gehandhabt wie etwa in Rüthi. (Bild: Kurt Latzer)

Bauen in den vier Oberrheintaler Gemeinden soll einfacher werden. Im neuen Baureglement gibt es nur noch 27 Artikel, keine Ausnützungsziffer mehr, dafür mehr vorgeschriebene Park- oder Garagenplätze. Letzteres aber wird in Oberriet anders gehandhabt wie etwa in Rüthi. (Bild: Kurt Latzer)

OBERRIET. Eigentlich wollten die vier Oberrheintaler Gemeinden mit der Überarbeitung des Baureglement auf das seit langem angekündigte neue Baugesetz des Kantons St. Gallen warten. Weil damit gerechnet werden muss, dass sich dieses um weitere Jahre verzögert, wollten Marbach, Rebstein, Oberriet und Rüthi nicht länger warten. Unter der Leitung von Harald Herrsche, Leiter des Oberrieter Bauamtes, hat sich eine interkommunale Fachgruppe an die Arbeit gemacht, die teils veralteten Baureglemente zu bereinigen und für die vier Gemeinden einheitliche Vorschriften auszuarbeiten.

Nur noch 27 Artikel

Das nun präsentierte Baureglement wird von den Verantwortlichen als kompakt, kundenfreundlich und verständlich beschrieben. «Mit nur 27 Artikeln konnte das Baureglement sehr schlank gehalten werden», meinte Thomas Ammann, Gemeindepräsident Rüthi und Mitglied der Fachgruppe. Diverse Skizzen und Umschreibungen verdeutlichten den Bauherrn, wie die einzelnen Vorschriften unmissverständlich zu interpretieren sind. Im Anhang ist ein Wortregister zu finden, das auf die entsprechenden Artikel im kommunalen Baureglement und im kantonalen Baugesetz verweist.

Mehr Pflichtparkplätze

Eine der wichtigsten Veränderungen ist der Verzicht auf die Ausnützungsziffer, die Geschossigkeit und den Mehrlängenzuschlag. Aufgrund der stets zunehmenden Mobilität wurde für Neubauten die Zahl der vorgeschriebenen Pflichtpark- und Garagenplätze erhöht. Diese Regelung aber wird nicht in allen Gemeinden gleich gehandhabt. Bei Häusern mit zwei Wohnungen braucht es beispielsweise in Oberriet sechs, bei neun Wohnungen 22 Abstellplätze für Bewohner und Besucher. Für Oberriet und Rüthi sieht der Entwurf vor, dass der Gemeinderat bei Mehrfamilienhäusern oder grösseren Überbauungen Tiefgaragen vorschreiben kann.

Überall alles gleich machen

Die beiden Punkte Ausnützungsziffer und Pflichtparkplätze gaben gestern Abend am meisten zu reden. Unter anderem meinte ein Teilnehmer, dass es in ein gemeinsamen Baureglement keine unterschiedlichen Artikel haben dürfe. Thomas Ammann begründete die Unterschiede mit den unterschiedliche Strukturen der Gemeinden. Er forderte die Teilnehmenden auf – meist Baufachleute und Planer – im Rahmen der bis Ende September laufenden Vernehmlassung Änderungswünsche vorzubringen. Nach der Vernehmlassung geht das Reglement zur Prüfung an den Kanton; das letzte Wort haben die Bürgerinnen und Bürger. Vorgesehen ist, das neue Reglement am 1. Januar 2014 in Kraft zu setzen.