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AU/LUSTENAU: Der Neubau rückt in die Ferne

Weshalb die Zollbrücke Au-Lustenau teuer sanieren und sechs Wochen sperren, wenn sie 2025 ohnehin ihre Lebensdauer erreicht haben wird? Die CVP sähe lieber einen Neubau. «Doch an den Arbeiten im Sommer führt nichts vorbei», sagt Roger Häberli vom kantonalen Tiefbauamt.
Seraina Hess
Wird hier in zehn Jahren eine neue Zollbrücke stehen? «Das ist sehr unwahrscheinlich», sagt Projektmanager Roger Häberli. (Bild: Archiv/Seraina Hess)

Wird hier in zehn Jahren eine neue Zollbrücke stehen? «Das ist sehr unwahrscheinlich», sagt Projektmanager Roger Häberli. (Bild: Archiv/Seraina Hess)

AU/LUSTENAU. 600 000 Euro kosten die Arbeiten, die im Sommer an der Grenzbrücke ausgeführt werden. Das federführende Land Vorarlberg übernimmt 56 Prozent des Betrags, der Kanton St. Gallen den Rest. Doch das Vorhaben kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit: Sechs Wochen soll die Brücke und somit der Grenzübergang gesperrt werden. Drei CVP-Kantonsräte wollten deshalb von der Regierung wissen, ob es Alternativen zur Totalsperrung des Grenzüberganges Au-Lustenau gäbe, zumal sie einen Verkehrskollaps im ganzen Tal befürchten. Die Interpellationsantwort der Regierung: Mehrere Optionen wurden geprüft, darunter die halbseitige Sperrung. Das Resultat: Keine der Lösungen ist befriedigend.

Die CVP ist bestürzt, denn mit keinem Wort wird die Option eines Brückenneubaus erwähnt, wohl aber, dass die Restlebensdauer der Brücke neun Jahre beträgt. Einen neuen Betonbelag für eine Brücke, die bald abgerissen werden muss, erscheint der Partei als pure Verschwendung; ein sofortiger Neubau hingegen sei «ein Gebot der Stunde und der Vernunft».

Planung alleine dauert Jahre

Ganz so leicht sei ein Neubau aber nicht zu bewältigen, sagt Roger Häberli, Projektmanager des kantonalen Tiefbauamts. Der Wunsch nach einer neuen Brücke sei zwar nicht erst seit gestern da, doch viele Faktoren würden das Vorhaben in die Ferne rücken. Dazu gehören beispielsweise das Hochwasserschutzprojekt Rhesi, die Entwicklung des Zolls oder die zur Debatte stehende Bodensee-Schnellstrasse S18, die Verbindung der Autobahnen beider Länder.

Werde eine neue Brücke gebaut, die eine Lebensdauer von 100 Jahren verspricht, müsse das Konzept durchdacht sein. Vermutlich käme das Bauwerk nicht mehr am selben Ort zu stehen und müsste deshalb auch an die Autobahn angepasst werden. «Allein die Planung eines solchen Projekts dauert gut drei Jahre», sagt Roger Häberli.

Die Regierung schreibt, die Restlebensdauer der Brücke sei bis 2025 beschränkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass bis dahin ein Neubau stehen wird, ist jedoch verschwindend klein. Die heutige Brücke, erstellt in den 1950er-Jahren, könne gut noch 15 bis 20 Jahre genutzt werden, sagt Roger Häberli. Und das werde sie vermutlich auch: «Der Kanton trödelt nicht, aber die bereits genannten Faktoren verzögern die Planung. Hinzu kommen später vermutlich zahlreiche Einsprachen.» Selbst wenn es bereits 2025 eine neue Brücke gäbe, wären die auf den Sommer geplanten Sanierungsarbeiten unumgänglich. Wegen des vielen Verkehrs – bis zu 2000 Lkw pro Tag passieren die Brücke – entstehen immer wieder Löcher im Schwarzbelag, die aufgefüllt werden müssen. Das verschlinge jedes Jahr Tausende von Franken. Mit dem geplanten Betonbelag fallen diese Reparaturen ein für allemal weg.

Neubau: ein Millionenprojekt

Zum Einwand der CVP sagt Roger Häberli: «Sollte die neue Brücke wirklich schon 2025 stehen, wäre die Zeit für die Amortisation dieser Sanierungsarbeiten natürlich schon zu knapp bemessen.» Den Preis eines Neubaus kann der Projektmanager nicht nennen, da eine vierspurige Brücke beispielsweise deutlich teurer wäre als eine zweispurige. Grundsätzlich könne mit 5000 bis 5500 Franken pro Quadratmeter gerechnet werden. Ginge man also von der Grösse der jetzigen Brücke aus, läge der geschätzte Betrag bei etwa 20 Millionen Franken – wobei unwahrscheinlich sei, dass eine neu gebaute Brücke nur zwei Spuren hätte.

«Keine andere Wahl»

Eine Änderung des ursprünglichen Vorhabens sei trotz Widerwillen der CVP-Politiker nicht absehbar. «Die Arbeiten müssen erledigt werden. Wir haben keine andere Wahl, denn es kann nicht ohne Berücksichtigung anderer laufender Projekte eine neue Brücke gebaut werden – und Betonieren kann man schlicht nicht, wenn die Strasse noch halbseitig befahren würde», sagt Roger Häberli.

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