Aufstiegs-Exhibition

St. Margrethen fegt Altstätten 7:1 vom Platz. Der Meister kickte befreit auf, und den Kickern der Gäste steckte sicher die unerwartete Trennung von Cheftrainer Emilio Knecht in den Köpfen.

Günther Böhler
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Liridon Maliqi im Duell mit Altstättens Goalie Samuel Lüchinger: Der Stürmer schoss im letzten Spiel seine Saisontore 15 und 16. Gleich viele Treffer sind seinem Sturmpartner Sheval Ljatifi gelungen. Im Rheintal war nur Widnaus Abdoski (18 Tore) noch erfolgreicher. (Bild: Yves Solenthaler)

Liridon Maliqi im Duell mit Altstättens Goalie Samuel Lüchinger: Der Stürmer schoss im letzten Spiel seine Saisontore 15 und 16. Gleich viele Treffer sind seinem Sturmpartner Sheval Ljatifi gelungen. Im Rheintal war nur Widnaus Abdoski (18 Tore) noch erfolgreicher. (Bild: Yves Solenthaler)

FUSSBALL. Der FC St. Margrethen fegte den FC Altstätten mit 7:1 vom Platz. Jubel, Trubel, Heiterkeit war in der Rheinau angesagt. Nachdem man den Meistertitel, verbunden mit dem sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Liga inter vorzeitig unter Dach und Fach gebracht hatte, wurde ordentlich gefeiert. Dass nebenbei der Verein sein 85-jähriges Bestehen feierte, war für viele wohl nur Nebensache.

Retter muss gehen

Apropos Nebensache: Dies gilt im Lager des FC Altstätten wohl für die 1:7-Klatsche gegen St. Margrethen. Die Spieler, die in Anbetracht des zuvor gesicherten Klassenerhalts auch Grund zum Feiern hatten, zeigten sich ziemlich geknickt. Denn sie mussten sich von ihrem Cheftrainer Emilio Knecht verabschieden, der das Team in der Winterpause übernommen hatte. Sportchef Sergio Sanseverino hatte Knecht am Donnerstag überraschend die Zusammenarbeit aufgekündigt. «Ich hatte keine übertriebenen Wunschvorstellungen. Unsere Sichtweisen waren aber total unterschiedlich», stellte der 51-Jährige, der mit dem FCA eine gute Rückrunde (17 Punkte) spielte, sehr enttäuscht fest. Co-Trainer Rudi Javier wird ebenfalls den Hut nehmen, und zudem steht auch Torhüter-Trainer Wolfgang Ott nicht mehr zur Verfügung, was aber schon vorher klar war.

Doch nun zur Abschieds-Exhibition der Duvnjak-Truppe aus der 2. Liga. Die Hausherren brachten nicht nur durch ihre blau-weiss gefärbten Haare Farbe ins Spiel, sondern liessen von Beginn an den Ball richtig laufen. Nach nur fünf Minuten eröffnete Liridon Maliqi den Torreigen. Er verwertete nach einem Foul von Simon Eugster an Salvatore Forgia den fälligen Strafstoss. Nach knapp einer Viertelstunde fiel bereits das 2:0. Sheval Ljatifi zirkelte einen Freistoss aus 25 Metern sehenswert genau in die rechte obere Ecke. Und nachdem Naim Memeti in Minute 20 mit einem Heber auf 3:0 erhöhte, war der Gewinn in der Rheintaler Derby-Rangliste für Shoshi und Co. vorzeitig gesichert.

St. Margrethen schaltete einen Gang zurück, kam aber trotzdem nicht in Bedrängnis. Erst nach einem unnötigen Foul von Kushtrim Hajrullahu an Aydin Demirci eröffnete sich für den FCA eine Elferchance, die sich Experte Kevin Steiger (42.) nicht entgehen liess. Doch nur zwei Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt; Maliqi zeigte sich verantwortlich.

Nach der Pause durfte bei Altstätten Ersatzkeeper Kristian Karamarkovic für Samuel Lüchinger ran, und bis zur 62. Minute sah es danach aus, als ob sich die Rheinau-Kicker schon für die dritte Halbzeit schonen. Doch dann schloss Salvatore Forgia einen Alleingang erfolgreich ab und machte zudem in der 75. Minute das halbe Dutzend voll.

«Anzeigetafel» strapaziert

Damit war der Torhunger des neuen «Ost-Schweizer Meisters 2015» – so die Aufschrift auf den Jubel-Trikots, die eine Viertelstunde vor Spielende in Umlauf gebracht wurden – gestillt. Doch Gäste-Akteur Daniel Lichtenstern strapazierte in Minute 86 nochmals die imaginäre «Anzeigetafel» in der Rheinau und fixierte mit einem Eigentor den 7:1-Endstand.

«Wir wollten schnell die Entscheidung, damit die Ersatzspieler länger zum Einsatz kommen. Das ist uns gelungen, und jetzt wird mal gefeiert. In nächster Zeit gilt es, so schnell wie möglich das Kader für die Interregio zusammenzustellen», liess Dorde Duvnjak, der Erfolgscoach des FC St. Margrethen, wissen.